Handballteam muss gewohnte Spielstätte verlassen

Trotz einiger Probleme: Eschweger TSV ist bereit für die Saison in der Landesliga

Das ETSV-Team für die Saison 2020/21: (hintere Reihe von links) Ramon Menthe, Philipp Haaß, Julian Strieb, Fabian Otto, Paul Iffert, (Mittlere Reihe von links) Wilhelm Güntheroth, Julian Triller, Jakob Manegold, Dino Bacic, Bojan Manojlovic, Mike Guthardt, Alin Smeu, Christian Löbens, Benjamin Brill, (vorne von links) Jonas Wagner, Felix Ständer, Cornel Medrea, Tobias Gleim, Nicolas Reuchsel und Maurice Meyer. Foto: Markus CLaus

In wenigen Tagen beginnt die Handball-Saison der Landesliga. Wir blicken auf den Eschweger TSV.

VON HARALD TRILLER

Eschwege – Der Blick auf die neue Saison der Landesliga ist bei den beiden heimischen Aushängeschildern deckungsgleich. Die im zweiten Jahr zusammen agierenden Trainer des Eschweger TSV, Christian Löbens und Julian Triller, hadern, genau wie das schon der Wanfrieder Coach Stefan Schröder jüngst getan hatte, mit dem verspäteten Saisonstart, der am kommenden Wochenende stattfindet.

„Du musst die Mannschaft permanent in Lauerstellung halten, auch die Motivation und die Spannung dürfen nicht sinken und die körperliche Fitness verlangt dauerhaftes und konzentriertes Training“, so Christian Löbens, der in der Aussetzung des Saisonstarts nur einen ganz wichtigen Faktor ausgemacht hat: „Mike Guthardt, der ohne Frage zu unseren Leistungsträgern zählt, hatte zusätzlich Zeit zum Regenerieren nach seiner schweren Verletzung und ist nun wieder voll einsatzfähig.“

Die gute Stimmung

„Die Mannschaft ist gut drauf, die hervorragende Stimmung ist bei jedem Training zu merken, gerade unsere Legionäre Cornel Medrea, Alin Smeu und ganz besonders Dino Bacic sind guten Mutes und transportieren ihre Daseinsfreude ins Team“, schwärmt Julian Triller, der natürlich einräumt, dass im Lager des Eschweger TSV letztendlich keiner weiß, wo genau die Mannschaft im Feld der 14 Konkurrenten steht.

Die Hallenprobleme

Betreuer Benjamin Brill beklagt ein wenig das zauderhafte Handeln des Verbandes: „Wie schon im März, als die Serie schließlich doch abgebrochen wurde, war auch jetzt lange Zeit keine klare Linie erkennbar. Unsere Vorbereitung war eindeutig auf den 12. September ausgelegt“, spannt er den Bogen zu einer weiteren Baustelle: „Unsere Jungs waren echt froh, dass wir ihnen im September eine Woche Trainingspause gegönnt haben. Leider war das zum falschen Zeitpunkt, denn der Werra-Meißner-Kreis hat uns kurzfristig mitgeteilt, dass in der 41. Kalenderwoche die Sporthallen geschlossen bleiben und wir folglich so kurz vor Saisonbeginn zum Improvisieren gezwungen waren“, weiß Benjamin Brill natürlich, dass Vorschriften eingehalten werden müssen, „aber für unsere Trainingsgestaltung war das schon sehr ärgerlich, weil wir aus dem Rhythmus gerissen wurden.“

Dennoch: „Durch die Reparaturarbeiten in der Sporthalle der Beruflichen Schulen mussten wir ohnehin flexibel sein und abwechselnd in der OG- oder der Heuberghalle trainieren. Das hieß permanent vor und nach den Übungseinheiten die Trainingsutensilien in die Autos packen“, sagt Christian Löbens und weiß auch von den weiteren Schwierigkeiten wie fehlende Duschmöglichkeiten zu berichten, die die Coronakrise auslösten.

Die Vorbereitung

Julian Triller weiß nach den Trainingsspielen in Eisenach und Vellmar sowie gegen die SVH Kassel, Eisenach und Werra 09, dass noch reichlich Luft nach oben bleibt, aber im Ansatz auch viele positive Aspekte zu erkennen waren: „Gerade weil wir unter den Trainingsbedingungen leiden mussten, uns in der Pampa zum Laufen getroffen, das Basketballfeld an der Torwiese genutzt oder vom Schützenheim aus den Leuchtberg erklommen haben – wir sind sehr froh, wie fleißig das Team mitgezogen hat und wie die sportliche Vorbereitung trotz aller Umständen gelaufen ist.“

Die Mannschaft

Nach dem Rückzug von Torwart Thomas Groß hat sich Tobias Gleim, der eigentlich in den sportlichen Ruhestand treten wollte, sofort bereiterklärt zum Team zurückzukehren und hinter der Nummer eins, Cornel Medra, auszuhelfen. Auch der Rückraum ist mit Dino Bacic, Philipp Haaß, Mike Guthardt, Alin Smeu, Felix Ständer und Abwehrspezialist Ramon Menthe, gut besetzt.

Die Außenpositionen teilen sich Maurice Meyer, Bojan Manojlovic, Fabian Otto und Nicolas Reuchsel und am Kreis werden Jonas Wagner und Jakob Manegold von Neuzugang Paul Iffert (von Datterode/Röhrda/Sontra) unterstützt. Nicht mehr im Kader sind Marcus Steinigk, Mehmet Erdogan und Julian Strieb, der aber künftig als Physiotherapeut agiert und eng am Team dabei bleibt.

Die Ziele und Favoriten

In Sachen Zielvorgabe ist sich das Trainerduo einig: „Der Klassenerhalt genießt oberste Priorität, aber wir denken, dass wir nach der starken Rückrunde schwerer auszurechnen sind“, sagen Löbens und Triller unisono.

Und als Titelanwärter sehen die Verantwortlichen des Eschweger TSV Hünfeld, Fuldatal und Baunatal sowie im Dunstkreis der Spitze auch den VfL Wanfried.

Der Spielplan

Gleich zum Auftakt ist am 17. Oktober Hünfeld in der Heuberghalle zu Gast, wo der Werra-Meißner-Kreis 100 Zuschauern einen Platz einräumt. Nach der Partie in Hersfeld warten zwei Heimspiele gegen Hofgeismar und Baunatal. Das erste Derby steigt am 12. Dezember in Wanfried, das Rückspiel ist auf den 24. April terminiert.

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