Streckenposten hat gepennt: Nina Voelckel läuft zwei Kilometer mehr und siegt

Was für ein Rennen: Nina Voelckel (links) wurde falsch umgeleitet, lief statt fünf sieben Kilometer, und gewann trotzdem bei den Frauen. archivFoto: SCM/nh

Trotz zwei Kilometern mehr Strecke hat Nina Voelckel vom Ski-Club Meißner den Nordhessencuplauf in Heckershausen gewonnen.

Es sind absurde Szenen: Nina Voelckel, Läuferin vom Ski-Club-Meißner, nähert sich als Führende der Frauen der Ziellinie laut schimpfend. Der Sieg ist ihr sicher. Doch es ist kein normaler. Voelckel wurde wie die Hälfte der Trosses falsch umgeleitet. Sie lief bei einem Fünf-Kilometer-Lauf über sieben. Trotzdem ließ sie die Konkurrenz hinter sich – selbst Athletinnen, die nur 5000 Meter absolvierten.

Auslöser dafür war laut SCM-Pressesprecher Jochen Miersch mutmaßlich ein zeitweise abwesender Streckenposten des ausrichtenden Vereins FTSV Heckershausen. Deshalb bog die erste Hälfte der Aktiven an einer Stelle nicht ab, sondern lief geradeaus weiter. „So wurden aus fünf Kilometern plötzlich mehr als sieben“, erzählt Miersch, der das Rennen selbst vor Ort verfolgt hat.

Dementsprechend verärgert war Nina Voelckel. Denn auch sie hatte festgestellt, dass sie von der Zeit her längst im Ziel hätte sein müssen. Unabhängig davon lief sie aber die schnellste Zeit der Frauen mit 28:07 Minuten. Zum Vergleich: Auf fünf Kilometern brauchte Voelckel in den Vorwochen 19:05 und 19:14 Minuten. „Die stärkeren Läuferinnen der Gruppe wurden ebenfalls falsch umgeleitet, sodass sich Nina gegen die ärgsten Konkurrentinnen auf der falschen Distanz durchsetze“, erklärt Jochen Miersch. Die „schwächeren“ Teilnehmerinnen, die die fünf Kilometer liefen, nachdem die Organisatoren ihren Lapsus erkannten, knackten Voelckes Zeit ebenfalls nicht. Im Gesamtklassement landete die SCM-Athletin auf Platz neun von 220.

„Am Ende nahm es Nina dann doch mit Ironie: Sie meinte, das sei mal ein langer Tempolauf gewesen“, sagt SCM-Sprecher Miersch. Und davon mal ab habe sie trotz aller Widrigkeiten eine tolle Leistung abgeliefert. „So ein Rennen noch zu gewinnen, ist nicht selbstverständlich. Aber Nina ist eben eine ehrgeizige Sportlerin.“

Stellt sich noch die Frage, wie es zu dem Fehler der Ausrichter kommen konnte? Jochen Miersch vermutet, dass die Verantwortlichen vom FTSV Heckershausen nervös waren, weil sie nach 39 Jahren erstmals auf Anweisung der Gemeinde eine andere Strecke ausweisen mussten. „So etwas passiert relativ selten, aber das ist sogar mir und meinem Team schonmal bei einer Meisterschaft unterlaufen“, wirbt Miersch für Verständnis. Momentan ist noch unklar, ob der Nordhessencuplauf überhaupt so gewertet wird, wie er in der Realität abgelaufen ist.

Übrigens: Mit Sylvia Hoffmann hatte der SCM auch eine Läuferin im Rennen über die zehn Kilometer. Hier waren alle 170 Teilnehmer auf der korrekten Strecke unterwegs. Hoffmann wurde Zweite in der W35 in einer Zeit von 53:02 Minuten und war damit zufrieden. „Ich konnte auf den letzten hunderten Metern das Tempo hochhalten und das war gut so.“

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