Meister Robert Borja bringt viel Erfahrung mit

TSV Grebendorf gründet Taekwondo-Abteilung

Taekwondo-Wettkampf
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Voller Einsatz: Beim Taekwondo dominieren vor allem Fußtechniken. Unser Symbolbild stammt aus der Zeit vor Corona, als noch Wettkämpfe stattfanden.

Robert Borja ist – und das ist mit Blick auf seine Referenzen keine Übertreibung – ein Meister seines Fachs.

Grebendorf ‒ Der 65-Jährige aus Schwebda ist mit dem 7. Dan, dem Schwarzgurt, im Taekwondo ausgezeichnet. Damit kratzt er am höchsten Meistertitel in diesem Kampfsport, bringt jahrzehntelange Erfahrung mit. Davon profitiert zukünftig der TSV Grebendorf, wo Borja als Meister der neu gegründeten Taekwondo-Abteilung fungiert.

In normalen Zeiten – also dann, wenn keine Pandemie den Trainings- und Wettkampfbetrieb aller Sportarten beeinträchtigt – bietet Borja dreimal pro Woche Kurse über je 90 Minuten an. Von Corona unterkriegen lassen möchte sich der 65-Jährige trotzdem nicht. Daher bietet er aktuell zweimal wöchentlich einen Kurs unter freiem Himmel an – und unter strengen Auflagen, um die Gesundheit aller Beteiligten zu schützen.

Strenge Vorgaben

„Meine Vorgaben sind strenger als die der Regierung. Ich liebe Taekwondo, aber riskiere dafür nicht mein Leben. Ich bin 65 und dabei besteht ein Risiko, ebenso wie bei meiner Frau“, berichtet Borja. Das bedeutet konkret: Maximal fünf Schüler, die aus einem Haushalt stammen, trainieren unter freiem Himmel mit dem Meister. Dabei wird auf genug Abstand geachtet, das Tragen einer Maske ist Pflicht und Kontakt ist tabu.

Robert Borja

„Techniken wie Abwehr- und Angriffshaltungen können wir trotzdem trainieren. Die Theorie spielt ebenfalls eine wichtige Rolle beim Taekwondo und lässt sich ebenfalls im Training üben“, erklärt der Schwarzgurt-Meister sein Konzept. Das sei ideal, da er so besonders gut Familien trainieren könne: „Ich nehme Schüler ab einem Alter von sieben Jahren auf, nach oben gibt es keine Grenze. Und wenn Familien bei mir trainieren, können die Eltern ihren Kindern helfen.“

Wer in den Genuss des Trainings bei Borja kommen möchte, hat zu Beginn eine Hürde zu überwinden: das Urteil des Meisters. „Ich habe dem Verein von Anfang an gesagt, dass ich mir meine Schüler aussuche. Ich investiere in jeden Schüler Zeit, als wäre er mein eigenes Kind. Wenn jemand nicht engagiert trainiert, ist das Zeitschverschwendung“, sagt Borja über seine Auswahlkriterien.

Nach diesem Muster verfahre er schon seit fast drei Jahrzehnten. Zuvor beim TSV Schwebda, wo er 26 Jahre lang aktiv war, nun beim TSV Grebendorf. Die Idee für die Neueröffnung der Taekwondo-Abteilung habe sich im Laufe der letzten Jahre entwickelt, offiziell gemacht wurde die Entscheidung im September vergangenen Jahres.

Waffenlose Form der Selbstverteidigung

Taekwondo ist eine koreanische Kampfkunst und wird als waffenlose Art der Selbstverteidigung als Kampfsport erlernt. Der Name setzt sich aus den drei Silben „Tae“, Kwon“ und „Do“ zusammen, welche übersetzt – in der Reihenfolge – für Fußtechnik, Handtechnik und Weg stehen. Als Grundsätze des Taekwondo gelten Höflichkeit, Integrität, Durchhaltevermögen und Geduld, Selbstdisziplin und Unbezwingbarkeit. Diese werden Kampfsport-Schülern bewusst durch ihren Meister vermittelt. Die Technik in diesem Kampfsport ist stark auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt, anders als im Vergleich zu anderen Kampfkünsten dominieren im Taekwondo besonders Fußtechniken. 

Disziplin und Ehrgeiz

Bei seinen Schülern legt Borja besonderen Wert auf Disziplin und Einsatz – Regen sei beispielsweise kein Grund, eine Einheit abzusagen. „Außerdem ist es wichtig, dass man auch Zuhause trainiert. Wenn wegen Corona kein Sport im Verein erlaubt ist, kann man im Keller üben“, erläutert der Meister.

Daher habe er schon oft erlebt, dass Neueinsteiger nach kurzer Zeit das Interesse verloren hatten: „Taekwondo erfordert viel Arbeit. Wer aufsteigen will, darf keine Ausreden finden.“

Beim TSV Grebendorf leitet Borja aktuell 15 Schüler an. Und er hofft, dass es mehr werden: „Mein Ziel ist, dass alle zwei Monate ein Neuling hinzukommt.“ (Kevin Hildebrand)

Zur Person

Robert Borja (65) wurde auf Guam geboren, der südlichsten Insel des Marianen-Archipels im Westpazifik. Guam gilt seit 1950 als Territorium der Vereinigten Staaten. Auf der berühmten West Point Military Academy in West Point, New York, wurde Borja zum Offizier der US-Streitkräfte geschult. Als junger Leutnant kam er nach Deutschland, wo er seine Ehefrau Angelika kennenlernte. Nach einem Zwischenstopp in Thailand zog die Familie 1993 nach Schwebda, wo sie noch heute wohnt. 

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