Verein möchte neuen Impuls zur Rückrunde

Fußball-Kreisoberliga: TSV Waldkappel entlässt Trainer Bös

Sechseinhalb Jahre trainierte Michael Bös die erste Mannschaft des TSV Waldkappel. Er übernahm das Amt im Juli 2014 von Thomas Hesse.
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Sechseinhalb Jahre trainierte Michael Bös die erste Mannschaft des TSV Waldkappel. Er übernahm das Amt im Juli 2014 von Thomas Hesse.

Der Fußball-Kreisoberligist TSV Waldkappel und Trainer Michael Bös gehen ab sofort getrennte Wege, das teilte der Verein am Mittwoch überraschend in einer Pressemitteilung mit.

Waldkappel - Nach der Aussetzung des Spielbetriebs seit Ende Oktober habe sich der Vorstand mit der sportlichen Situation der Mannschaft und des Vereins intensiv auseinandergesetzt. „Nach Bewertung der Situation kam der Vorstand zu dem Entschluss, einen neuen Impuls zur Rückrunde setzen zu wollen“, so Henrik Stöber, der Vorsitzende der Fußball-Abteilung.

Dies wolle man mit einem neuen Cheftrainer schaffen, der eine komplette Vorbereitung Zeit habe, die Mannschaft auf den anstehenden Abstiegskampf vorzubereiten. In der Qualifikationsgruppe 1 der Fußball-Kreisoberliga rangiert der Aufsteiger mit zwei Punkten aus acht Spielen abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz, die Teilnahme an der Abstiegsrunde ist so gut wie sicher.

Der Verein sehe nun eine gute Möglichkeit, die Zwangspause durch die Coronapandemie zu nutzen, um einen geeigneten Kandidaten zu finden, der das Ziel Klassenerhalt umsetzen werde.

„Wir sind realistisch genug, um zu wissen, dass wir kaum eine Chance haben in der starken Gruppe und wohl keinen der ersten drei Plätze belegen“, sagte Henrik Stöber vor der Saison gegenüber unserer Zeitung. Langfristig wolle sich der Verein aber in der Kreisoberliga etablieren.

Kein leichter Entschluss

Die Entscheidung zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu treffen sei den Vereinsverantwortlichen nicht einfach gefallen, da Michael Bös als „dienstältester Trainer im Kreis“ sechseinhalb Jahre lang einen „super Job“ gemacht habe.

Der TSV Waldkappel stellte ihn im Juli 2014 als neuen Trainer vor. Bös löste damals Thomas Hesse ab, der bis dato die Kreisliga-A-Fußballer trainiert hatte.

Einen Namen machte sich der mittlerweile 50-Jährige aus Hessisch Lichtenau-Velmeden zuvor bei der SG Meißner. Mehr als sieben Jahre lang wirkte er dort als Trainer und führte die SG mit einer jungen Mannschaft in die Gruppenliga.

Auch seine Zeit in Waldkappel war von Erfolg geprägt: Unter seiner Regie stieg die erste Mannschaft des TSV zweimal in die Kreisoberliga auf, die Reservemannschaft von der Kreisliga C bis in die Kreisliga A.

„Neben den sportlichen Erfolgen war Michael ein geschätzter Sportsmann, der in der zweiten Mannschaft und im Altherrenteam seine Leistungen immer gebracht und viele Freunde in Waldkappel gewonnen hat“, sagt der Abteilungsvorsitzende Henrik Stöber. Der TSV Waldkappel bedanke sich bei Bös für seine Arbeit und werde ihn durch seine gezeigten Leistungen immer positiv in Erinnerung behalten.

Nachfolge noch unklar

Wer den Trainerposten beim TSV übernehmen wird, steht noch nicht fest. „Wir werden hierzu aber eine Stellungnahme abgeben, sobald eine Entscheidung gefallen ist“, sagt Stöber.

Er betont, dass ihm eine saubere Trennung von Bös sehr wichtig war und diese in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt wurde. „Wir wussten, was wir an ihm haben. Aber ich glaube, wenn vielleicht ein, zwei Sachen anders gemacht werden, kann das derzeit helfen“, so Stöber.

Der TSV konzentriere sich nun voll auf die Abstiegsrunde. In der Saison habe man ein paar Punkte mehr holen können. „Ich kreide das aber nicht Michael Bös an. Die Trennung ist auch ein Fingerzeig an die Mannschaft, sich nicht hinter dem Trainer zu verstecken. Jeder ist jetzt gefordert“, so Stöber.

Das sagt Michael Bös

„Ich hatte sechseinhalb wunderschöne Jahre beim TSV Waldkappel und habe tolle Menschen in einem tollen Umfeld kennengelernt“, sagt der Ex-Coach Michael Bös. Er sei stolz auf die lange Zeit, denn es gebe heutzutage nicht viele Trainer, die so lange bei einem Verein im Amt blieben.

Fußball sei ein Ergebnissport und diese seien in dieser Saison leider nicht so gut gewesen, sagt er im Hinblick auf die Entscheidung des TSV. Als Verein müsse man sich immer fragen, was man im Falle des Misserfolgs ändern könne. „Derzeit ist es wegen der Pandemie schwer, Spieler zu holen und einfacher, den Trainer zu wechseln. Ich wünsche dem TSV alles Gute für die Zukunft“, so Bös.

Er selbst sei sehr gerne Fußballtrainer und wolle in Ruhe schauen, was in der Zukunft auf ihn zukomme. (Maurice Morth)

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