Udo Schäfer sichert sich Erste Deutsche Schützenmedaille

In seinem Element: Udo Schäfer mit dem Gewehr auf dem Schießstand. Foto: Marvin Heinz

Wichmannshausen/Dortmund. Udo Schäfer aus Wichmannshausen hat die besondere Auszeichnung der Ersten Deutschen Schützenmedaille gewonnen. 

Udo Schäfer aus Wichmannshausen stand morgens auf. Er hatte Urlaub und musste nicht seiner Arbeit als Maschinenbautechniker nachgehen. Und das war gut so. Nachdem er die Werra-Rundschau gelesen und seinen Kaffee getrunken hatte, setzte er sich vor den PC. Schäfer wollte das Endergebnis der Deutschen Meisterschaften der Sportschützen schwarz auf weiß sehen. Er selbst hat 22 Stunden zuvor selbst am Wettkampf Luftgewehr-Auflage-Schießen in Dortmund teilgenommen. Dabei hat er seine persönliche Bestleistung aus der Hessischen Meisterschaft im Juni mit 313,4 von möglichen 327 Ringen um 0,7 Ringe übertroffen.

Trotzdem ärgerte sich der 60-jährige noch über seinen 28. Schuss. „Es war ein Abzugsfehler“, gestand Schäfer, der zähneknirschend 9,4 Ringe auf der Anzeigetafel zur Kenntnis nahm. Für die letzten beiden Schuss überprüfte Schäfer noch mal sorgfältig die Einstellungen des Diopters. Der Wichmannshäuser hielt kurz inne und konzentriert sich. Seine Schüsse fanden den Weg ins Zentrum. Mit 10,6 und 10,4 Ringen beendete er den Wettkampf.

Die Siegerehrung in den späten Abendstunden auf dem Gelände des Landesleistungszentrums fand ohne Schäfer statt, er entschied sich mit seiner Ehefrau Birgit für eine vorzeitige Heimreise. Zu dicht war das Leistungsfälle, zu unwahrscheinlich die Verleihung der Ersten Deutschen Schützenmedaille.

Von wegen: Unverhofft kommt oft. Trotz Platz 58 landete Schäfer mit seiner Leistung im ersten Drittel aller Teilnehmer. Als Schäfer das Ergebnis auf seinem heimischen Bildschirm aufleuchten sah und begriff, hallte ein Freudenschrei durch sein Haus. Schäfer umarmte seine Frau und es knallten die Sektkorken. Schäfer sendete einen frankierten Briefumschlag zum Deutschen Schützenbund, wenige Wochen später konnte er mit Stolz die Deutsche Schützenmedaille präsentieren. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung“, gestand Schäfer.

Der selbsternannte „Universalschütze“ schießt für seinen Heimatverein SV Wichmannshausen und den SV Edelweiß Jestädt. Am Kleinkaliber geht er für die Schützengilde Sontra und die KKSV Berneburg an den Start, für den SV Berneburg trifft Schäfer mit der Luftpistole an. Immer freitags trainiert er mit Bernd Meister, Werner Lieberum, Thomas Schäfer und Martin Seidel im Dorfgemeinschaftshaus in Wichmannshausen. Ab und zu wird auch mal eine Runde ausgeschossen.

Am letzten Freitag des Jahres hat Schäfer nach seinem letzten Schießtraining auch eine Runde geben – und zwar ohne Schießtraining. Für ihn endete ein Fabeljahr. Mit dem Sieg bei der Bezirksmeisterschaft (297 Ringe) im Januar und Platz fünf bei den Hessischen Meisterschaften (312,7 Ringe) im Juni blickt er mit stolz geschwellter Brust auf das Jahr 2018 zurück. Seine Augen gingen an seiner Schützenuniform nach unten und blickten in eine goldglänzende Deutsche Schützenmedaille. 

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