Serie: Sportliche Leistung meines Lebens

Über das Nordic Walking zum Halbmarathon

Tatjana Bredow
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Stolz auf ihre Leistungen: Tatjana Bredow zeigt ihre Urkunde, die sie nach erfolgreichem Abschließen des Laufcups des Laufteams Kassel erhalten hat.

Jeder Sportler hat Wettkämpfe bestritten, die ihm in Erinnerung bleiben. Wir erzählen diese Geschichten in „Die sportliche Leistung meines Lebens“. Heute: Matthias Eisenhuth und Tatjana Bredow, die beim Nordic Walking einen Halbmarathon absolvierten.

Eschwege ‒ Manchmal stellt man sich in seinem Leben Herausforderungen, die so eigentlich nicht geplant waren. Genau das ist Matthias Eisenhuth und Tatjana Bredow passiert. Die beiden Sportler nahmen kürzlich gemeinsam am virtuellen Laufteam-Cup des Laufteams aus Kassel teil – und absolvierten innerhalb weniger Wochen sogar einen Halbmarathon.

„Ich bin schon immer gerne gewandert“, erinnert sich Eisenhuth an den Tag im September des vergangenen Jahres, als in seinem Sportstudio ein Nordic-Walking-Kurs angeboten wurde. „Mit dem Sport selbst hatte ich allerdings nie etwas am Hut, das sah für mich immer komisch aus“, schmunzelt er ein wenig über seine Vorurteile.

Schnell Freude erlangt

Doch dank seiner Kursleiterin Tatjana Bredow waren die Vorurteile schnell Vergangenheit und die Freude am gesunden Laufen gewann die Oberhand. „Ich habe dank Tatjana schnell die Grundtechniken und den richtigen Stockeinsatz gelernt“, erklärt Eisenhuth.

Das sei laut Tatjana Bredow wichtig, um die Sportart mit Spaß und Erfolg ausüben zu können. Der Bewegungsablauf erfolge zyklisch, der rechte Stock berühre den Boden, wenn die linke Ferse auftritt – und umgekehrt. Zudem sollte man darauf achten, die Stöcke nah am Körper zu führen und diese schräg sowie flach nach hinten einzusetzen.

Nach dem Erlernen der Technik war Eisenhuth angefixt, wie er berichtet: „Nach Kursende wollte ich gern weitermachen, aber nicht allein. Meine Frau kann Nordic Walking aus gesundheitlichen Gründen nicht ausüben, also habe ich Tatjana gefragt.“ Und damit wurde ihre Laufgemeinschaft geboren. Langsam aber sicher wurden die gemeinsamen Laufdistanzen erweitert und der sportliche Ehrgeiz geweckt.

Wettkampf gesucht

Doch wie konnte man sich mit anderen Sportlern messen? Das war die Frage, die sich das Duo stellte, ehe der Zufall für die Entscheidung sorgte. „Durch meinen Arbeitgeber, der als Sponsor beim virtuellen Laufcup des Laufteams Kassel aktiv war, haben wir unser Ziel gefunden“, berichtet Eisenhuth.

Und so wurde der Trainingsplan überarbeitet, zusätzliche Einheiten vereinbart und mit Hochdruck auf die anstehende Challenge hingearbeitet. „Wir haben bei Wind und Regen trainiert, uns gegenseitig motiviert und ideal ergänzt“, schwärmt Eisenhuth von der gemeinsamen Vorbereitung mit Tatjana Bredow.

Dann, nach zahlreichen Trainingseinheiten, war es soweit. Die eigentliche Challenge wartete. Insgesamt drei Läufe standen für die beiden ab Februar auf dem Plan, die jeweils in einem festgelegten Zeitkorridor zwischen Freitag und Sonntag bewältigt werden mussten. Gestartet wurde mit der Distanz über fünf Kilometer, die problemlos um den Werratalsee herum absolviert wurde.

Per Fitness-App wurde der Lauf getrackt und an die Veranstalter übermittelt. Zehn Kilometer waren die Vorgabe für Runde zwei, die im März zu absolvieren war. „Da war unser Zeitfenster extrem klein“, erinnert sich Eisenhuth. „Freitagabend hatte ich einen Termin, Sonntag war ich Wahlhelfer, sodass nur der Samstag als Lauftermin zur Verfügung stand. Und da war das Wetter richtig schlecht“, führt er weiter aus.

Freiwillig wäre Tatjana Bredow bei diesem Wetter „nie gelaufen“. Das gemeinsam mit ihrem Laufpartner gesteckte Ziel motivierte sie aber. Am Ende absolvierten sie die zehn Kilometer ohne Probleme, lediglich die Klamotten seien komplett nass gewesen.

Halbmarathon erledigt

Anschließend mussten die beiden Sportler noch die Königsdisziplin, den Halbmarathon, im April absolvieren. Von Eschwege aus startend über Niederhone, Jestädt, Albungen, Grebendorf und den Werratalsee wurde der finale Lauf in Angriff genommen. „Bei Kilometer 17 habe ich leichte Probleme im Schulterbereich verspürt“, sagt Eisenhuth, doch Aufgeben war zu diesem Zeitpunkt keine Option mehr. Und so war wenig später der Jubel groß, als das Ziel erreicht wurde.

„Wir waren durch die Laufteam-Cup-Serie sehr motiviert. Für mich war es eine Herausforderung, da ich erst im letzten Sommer mit dem Nordic Walking begonnen habe und ich mir den Halbmarathon erst für September als Ziel gesetzt hatte“, bilanziert Eisenhuth.

Was die Zukunft bringen mag, weiß er heute noch nicht zu sagen, aber einen Lauf über 50 Kilometer sieht er durchaus als realistische Option. „Auf jeden Fall wird weitergelaufen“, erklärt der Versicherungsmakler, der seine neue sportliche Passion nur weiterempfehlen kann. (Stefan Konklowsky)

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