Umfrage bei Spielern, die schon eine Partie absolviert haben

Viele sind froh, dass trotz Corona-Auflagen Tischtennis gespielt wird

Hat nicht viel für die Entscheidungen des Verbands übrig: Pascal Immig, Kapitän des TTC Albungen II.

VON SIEGFRIED FURCHERT

Eschwege – Die Frage, die Tischtennis-Kreiswart Thomas Freitag in einer Mitteilung an die Vereine in der vergangenen Woche stellte („Es darf wieder gespielt werden, aber muss auch unbedingt gespielt werden?“), haben die Sprecher einiger Clubs in einer Umfrage fast einstimmig so beantwortet: „Wir sind froh, wieder spielen zu können.“ Auch, wenn es unter den Umständen komplett ungewohnt war.

Der Kreiswart hatte zur Diskussion gestellt, dass der Hessische Tischtennis-Verband vor dem Start der neuen Saison wegen Corona dem Thema Sicherheit und Hygiene hohe Priorität beimaß, viele Einschränkungen und Verordnungen erließ. Es gehe aber auch um Spaß, Atmosphäre und um soziale Kontakte. Freitag: „Deshalb, wenn ihr spielen wollt, dann unter diesen Bedingungen.“

Mit drei Spielen in der Bezirksklasse startete auf Kreisebene Werra-Meißner die Saison 2020/21. In einer Umfrage stellten wir fest, dass die Clubs recht offensiv mit den vom Verband angeordneten Einschränkungen umgehen. Vor der Partie des TTV Neuerode gegen den TSV Herleshausen (6:6) waren beide Sprecher einer Meinung. Joachim Jung, Spitzenspieler des TTV: „Wir bemühen uns auch um soziale Kontakte mit den Gegnern, die ja nicht unterbleiben müssen. Für uns steht aber eindeutig das Sportliche im Vordergrund, wir sind froh, dass wir wieder spielen können.“ Von einer Verschiebung oder Absage der neuen Saison halten die TTV-Akteure „überhaupt nichts“. Jung bedauert, dass keine Doppel gespielt werden, sieht darin aber keinen ganz großen Nachteil für sein Team: „Dann müssen wir uns eben in den Einzeln mehr anstrengen.“ Herleshausens Kapitän Marcel Eisenhut: „Wir freuen uns, wieder an den Tischen zu stehen.“ Auch beim TSV wolle man sich weiter um soziale Kontakte mit den Gegnern bemühen, „die nicht zu kurz kommen sollen. Und auch, dass kein Doppel gespielt wird, das ist schade, denn das gehört dazu.“ Aber deshalb müsse nicht der Spielbetrieb ausgesetzt oder verschoben werden.

Ein Schwätzchen mit den Gegnern werden wir auch künftig halten.

Ralf Lenze

Beim TTC Albungen II trat mit dem TuS Weißenborn einer der Titelanwärter an, siegte 7:5. TTC-Kapitän Pascal Immig hat wenig Verständnis dafür, dass keine Doppel gespielt werden, auch mit einigen der Verbandsbeschlüsse für den Spielbetrieb ist er nicht einverstanden: „Da hätte man mehr auf die lokalen Verhältnisse blicken sollen, hätte die Kreise wie bei uns, wo Corona nicht so schlimm wütet, allein entscheiden lassen sollen.“ Im Team sei man geteilter Meinung ob des Spielbetriebs unter diesen Umständen, denn Spaß mache es so nicht wirklich.

Ralf Lenze, bei Weißenborn an Platz zwei spielend: „Mit den angeordneten Änderungen müssen wir uns abfinden, denn der HTTV hat sie ja nicht aus Jux erlassen.“ Keine Doppel, auch für Ralf Lenze ungewohnt, „denn wir haben damit einige Punkte erkämpft. Aber es ist halt so und wir nehmen das hin.“ Und trotz der Einschränkungen: „Ein Schwätzchen mit den Gegnern werden wir auch künftig halten.“

Eine andere Meinung vertritt beispielsweise Reiner Mayer vom SV Reichensachsen. Der Abteilungsleiter sagte, dass vieles verloren ginge, was den Sport ausmache – und damit dürfte er vielen anderen wohl auch aus der Seele sprechen. „Bei uns haben sich – auch wegen der jüngsten Entwicklung – auch schon Spieler für die neue Saison abgemeldet.“ So war es auch schon aus anderen Landkreisen zu hören.

An Rande des Spieles meldete sich der Albunger Sportwart Jürgen Schuppner zu Wort, der trotz der Verband-Einschränkungen viel Positives vom ersten Spieltag der Kreisliga-Jugend in Albungen berichtete: „Mit großer Selbstverständlichkeit haben die Spieler alle neuen Regeln beachtet und sich an den Platten sowie an den Zählgeräten an die Vorgaben gehalten und dabei auch immer ihre gute Laune behalten.“ Für Schuppner ein Zeichen, dass auch der Nachwuchs froh ist, wieder an den Platten und um Punkte spielen zu dürfen.

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