Wir blicken mit Organisator Lothar Stascheit zurück

1986 fiel der  Startschuss zum 1. Eschweger Triathlon

Zieleinlauf beim 1. Eschweger Triathlon 1986: Links Karl Montag, der in der AK I auf Platz 6 kam, mit Stirnband (Nr. 37) Siegfried Furchert (8. in der Altersklasse II). Foto: WR/Archiv

Der Eschweger Lothar Stascheit erinnert sich zurück an den ersten Eschweger Triathlon - weit vor dem Werraman.

Eschwege. Während sich rund 550 Starter für den 15. Werraman am Samstag, 9. Juni, in Eschwege vorbereiten, erinnern sich ältere Sportler daran, dass es bereits 1986 einen von dem Eschweger Lothar Stascheit ausgerichteten Wettbewerb gab: Den 1. Eschweger Triathlon, an dem damals schon rund 80 Wettkämpfer teilnahmen. Bis 1992 folgten fünf weitere Wettbewerbe. Unsere Geschichte im Fokus.

IDEALE BEDINGUNGEN

Triathlon erlebte gerade in den 1980er-Jahren in Deutschland einen Boom. Wie er darauf kam, hier in Eschwege einen Wettbewerb auszurichten? Lothar Stascheit, Polizeimeister im Bundesgrenzschutz: „Ich selbst war damals vielseitig sportlich interessiert, betrieb Leichtathletik, Kampfsport, war Schwimmer und bei der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft“. Lothar Stascheit hatte aber auch schon an einigen kleineren Triathlon-Wettbewerben teilgenommen, „und ich wollte mit einem kostengünstigen Angebot diesen Vielseitigkeitssport auch hier bekannter machen, zumal wir im Freizeitzentrum auch ideale Bedingungen vorfanden“.

Vor dem ersten Wettkampf warteten auf Lothar Stascheit viele organisatorische Aufgaben. Wochenlang war er allein mit den Ausschreibungen, Wege markieren, Schilder malen, Böcke bauen, dem Einholen der Genehmigungen des Wettbewerbes und mit der Bewirtschaftung beschäftigt. Nicht immer traf er auf Verständnis, hatte Hürden zu überwinden. Der damals 40-jährige: „Ich war Mädchen für alles.“ Beim Wettbewerb selbst leisteten die Helfer des RC Wehretal, des SC Meißner, der DLRG-Ortsgruppe und der Freiwilligen Feuerwehr Oberhone wertvolle Dienste.

Triebfeder: Lothar Stascheit war 1986 Organisator des ersten Eschweger Triathlons, dem bis 1992 noch weitere fünf Wettbewerbe folgten. Foto: Furchert

START AM 31. AUGUST

Wettkampfort war am 31. August das Freizeitzentrum Meinhard, wo Stascheit neben dem Hauptwettbewerb (1000 m Schwimmen, 48 km Rad, 12 km Laufen) auch einen Kurztriathlon (300 m Schwimmen, 15 km Rad, 3000 m Laufen) anbot. Eschweges Stadtverordnetenvorsteher Heinz Bührig schickte die Athleten unter anderem aus Kassel, Braunschweig, Dortmund, Rotenburg, Helsa und Großenlüder per Startschuss ins 18 Grad kühle Nass des Meinhardsees. Die Radstrecke führte über Weißenborn und durch den Schlierbach zurück ins Freizeitzeitzentrum, wo zum Abschluss gelaufen wurde.

STARKER HOTTENROTT

Gewinner des 1. Eschweger Triathlons wurde der für einen Kasseler Verein startende Kuno Hottenrott, dessen Familie in Hitzelrode lebte und der auch als aktiver Leichtathlet für den ETSV startete. Nach dem Schwimmen lag Hottenrott noch im Mittelfeld. Auf der schweren 48-km-Radstrecke spielte Hottenrott, der Sportwissenschaftler und Universitätsprofessor ist, seine Stärken aus und holte den entscheidenden Vorsprung vor Peter-Jürgen Jung (SC Meißner) heraus, der als der schnellere Läufer den Rückstand aber nicht mehr aufholte. Kuno Hottenrott siegte in 2:32,41 Stunden vor U. Oschmann (Arolsen, 2:38,43), Peter Jürgen Jung in 2:34,55 die Altersklasse I. Christina Gross (Rotenburg) gewann in 2:53,02 die Damen-Hauptklasse.

Erfreuliche Leistungen auch beim für weniger Geübte und den Nachwuchs gedachten Kurztriathlon. Der heute noch aktive Reinhardt Gehrmann (Eschwege) war Schnellster, gewann in 40,56 Minuten die Altersklasse I, Sven Spohr (Eschwege, 42,50) die Hauptklasse, Organisator Lothar Stascheit (45,54) die Altersklasse II. Schnellste Jugendliche Karin Hussmann (Eschwege, 52,13) und Sven Bäuker (Eschwege, 43,29).

KEIN SCHWERER UNFALL

Wenn es beim ersten Wettbewerb auch noch einige organisatorische Mängel gab, davon ließ sich Lothar Stascheit nicht beirren. Die Mängel wurden abgestellt, bis 1992 folgten weitere Wettbewerbe. Immer mit steigenden Teilnehmerzahlen. Stascheit: „Dann aber war es genug für mich“, zumal es aus politischen Kreisen ungerechtfertigte Kritik an den Startgebühren gab. Rückblickend bereut der heute 73-Jährige, der in diesem Jahr die Bedingungen für das 55. Sportabzeichen ablegen will, nichts: „Es hat trotz der Arbeit großen Spaß gemacht - und ganz wichtig: Wir hatten nicht einen schweren Unfall.“

Von Siegfried Furchert

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