Historische Niederlage der DFB-Elf in Spanien

Wohin führt der Weg, Jogi? Das sagen heimische Sportler zur Zukunft von Jogi Löw

Ernste Miene: Mit dem 0:6-Debakel gegen Spanien erlebte Bundestrainer Joachim Löw die höchste Niederlage einer deutschen Fußballnationalmannschaft seit dem Jahr 1931. 
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Ernste Miene: Mit dem 0:6-Debakel gegen Spanien erlebte Bundestrainer Joachim Löw die höchste Niederlage einer deutschen Fußballnationalmannschaft seit dem Jahr 1931. 

Nach dem historischen 0:6-Debakel in Sevilla gegen die spanische Fußballnationalmannschaft hat die DFB-Auswahl die Teilnahme an der Endrunde der Nations League verpasst.

Eschwege - Viel mehr als die Enttäuschung über die verpasste Qualifikation für die Endrunde in dem sportlich wenig beliebten Wettbewerb hat die Art und Weise der Niederlage die Fußballfans der Republik erschüttert.

Es ist dementsprechend absolut kein Wunder, dass die Diskussion über Bundestrainer Joachim Löw erneut an Fahrt aufgenommen hat. Wir haben Funktionäre, Trainer und Spieler aus dem Werra-Meißner-Kreis um ihre Sicht der Dinge gebeten.

Holger Franke, Kreisfußballwart: „Wenn der Weltmeister 2014 vier Jahre später in der Vorrunde blamabel ausscheidet, ist es aus meiner Sicht wichtig, die Lage zu erörtern und für die Zukunft die Weichen zu stellen. Das hat der DFB getan und war der Meinung, dass Jogi Löw der richtige Mann dafür als Trainer ist. Vielleicht hätte die Entscheidung auch anders ausfallen können, auf jeden Fall erscheint es mir jetzt nicht sinnvoll, ein Jahr vor der Europameisterschaft die Pferde zu wechseln. Nach der EM sollte dann eine neue Bewertung erfolgen.“

Matthias Achtner, Vorsitzender SG Wehretal: „Ich denke, es reicht. Bei allen Verdiensten, die er während seiner Amtszeit gesammelt hat, wäre 2018 schon der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel gewesen. Leider sind zwei weitere Jahre verstrichen und die Situation rund um „Die Mannschaft“ hat sich noch einmal verschlechtert. Es ist ja nicht nur die Trainerfrage. Insgesamt hat sich die Stimmung um die deutsche Nationalmannschaft verschlechtert, sodass es mich persönlich gar nicht mehr so interessiert.“ . Hans-Peter Apel, Ehrenvorsitzender SV Reichensachsen: „Jogi muss jetzt aufhören. Ein Ende mit Schrecken ist besser, als wenn er sich noch bis zur Europameisterschaft quält und dann aufhören muss. Das Beste wäre, er ginge von allein. Dann kann er mit seinen vielen Verdiensten, die er zweifelsfrei hat, verabschiedet werden, bevor er hinausgeworfen wird. Das hätte er nicht verdient.“

Michael Bartholmai, Trainer SG Abterode/Eltmannshausen: „Die Verantwortlichen des DFB sollten jetzt handeln und die Ära von Jogi Löw beenden. Taktisch passt es nicht und die Personalpolitik ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. Zudem sehe ich keine Weiterentwicklung – eher das Gegenteil. Wie die Elf die Schmach gegen Spanien über sich ergehen ließ, kann nicht als Ausrutscher bezeichnet werden. Wir brauchen einen kompletten Neuanfang. Und das sofort.“

Ronald Leonhardt, Trainer SV Adler Weidenhausen: „Sicherlich ist ein Spiel nicht der Grund, um über den Bundestrainer zu diskutieren. Das jedoch in diesem Zusammenhang so wenig hinterfragt wird, verwundert mich schon. Nach einer erfolgreichen Zeit hätte es nach der WM 2018 eine erneute Überprüfung von Personal, Strategien und Spielsystemen gebraucht. Meines Erachtens ist der Zeitpunkt für einen würdevollen Abgang verpasst worden.“ . Uwe Stückrath, Trainer SG Sontra: „Grundsätzlich sollte Jogi Trainer bleiben. Ihn jetzt wegen der 0:6-Niederlage infrage zu stellen, halte ich für übertrieben. Allerdings müsste er über seinen Schatten springen und Spieler wie Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng zurück ins Team holen. Denn es fehlt gerade an Stabilität in der Defensive und auch ein echter Leader auf dem Platz ist nicht in Sicht.“

Marcell König, Spieler VfL Wanfried: „Wir haben 80 Millionen Bundestrainer und 79 Millionen sind für eine Entlassung. Allein um den Stellenwert und die Attraktivität der Nationalmannschaft zu steigern, muss etwas in der Führungsebene passieren. Der Trainer ist verantwortlich für den sportlichen Erfolg und der Trend geht seit der Weltmeisterschaft 2018 stetig in die falsche Richtung.“ (Stefan Konklowsky)

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