Bilanz der bisherigen Saison: Ertsmals wurde in zwei Gruppen gespielt

Zehn Kreisoberligisten haben ein Ziel: Qualifikation für die Meisterrunde

Packende Spiele bot Wichmannshausen mit Christian Schindewolf (rechts).
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Packende Spiele bot Wichmannshausen mit Christian Schindewolf (rechts).

Einen Monat früher als geplant sind die heimischen Fußballer aufgrund der Coronakrise in die Winterpause geschickt worden. Wir ziehen eine Bilanz des bisherigen Saisonverlaufs. Heute: die Kreisoberliga Werra-Meißner.

Es ist eine Premiere, welche die Kreisoberliga Werra-Meißner mit Beginn der Saison 2020/21 gefeiert hat. Denn mit der Aufteilung in zwei Vorrundengruppen, in denen zunächst die Teilnehmer an der Auf- und Abstiegsrunde ermittelt werden, wurde als Folge der Coronapandemie ein neues Spielsystem installiert. Am Anfang ein mitunter kritisch gesehener Schritt aus Sicht der Vereine, hat sich das neue System für diese Saison bewährt. So ist die Hoffnung groß im neuen Jahr, ohne Terminnot die laufende Saison zu beenden und den Aufsteiger in die Fußball-Gruppenliga zu küren. Spannung ist in beiden Gruppen geboten, denn gleich zehn der insgesamt 15 Teams hoffen noch auf den Einzug in die Meisterrunde.

Gruppe 1

VfL Wanfried: Mit der erfolgreichen 3:1-Revanche für die 0:1-Hinspielniederlage gegen die SG HNU im letzten Spiel des Jahres hat sich der VfL Wanfried den Platz erobert, auf dem so mancher Experte den Club im Vorfeld auch eingestuft hatte. Nämlich ganz oben in der Liga als Tabellenführer. Nach einem holprigen Auftakt steigerte sich der VfL von Woche zu Woche. Genauso hatte es Trainer Marco Wehr auch erwartet, der sich bereits vor Saisonbeginn sicher war, dass anfangs nicht gleich alles rundlaufen würde, das Team erst zusammenwachsen müsse.“ Er behielt recht und hat nun die beste Ausgangslage.

SG Herleshausen/Nesselröden/Ulfegrund: Platz zwei mit fünf Siegen aus sieben Spielen lautet die Bilanz der SG. „Wenn wir mit dem Kader nicht in die Aufstiegsrunde einziehen, haben wir es nicht verdient“, hat Trainer Andreas Hartmann die Messlatte vor dem ersten Spiel hoch angelegt. Vor allem das Sturmduo Janik Wittich und Lukas Wetterau (je vier Tore) sollen die Garanten neben den HNU-Tugenden Einsatz und Leidenschaft sein, um in die Aufstiegsrunde einzuziehen.

TSV Wichmannshausen: Zwei Siege, zwei Niederlagen und dann erneut drei Siege: Sie liest sich wie eine Achterbahnfahrt, die Bilanz des TSV. Mit nur sechs Gegentoren in sieben Spielen stellt Wichmannshausen die beste Abwehr der Liga. Ein Trumpf, der auch im neuen Jahr stechen soll, wenn die entscheidenden Punkte vergeben werden. Gleich sieben Akteure haben in allen Begegnungen das TSV-Trikot getragen. SC Niederhone: „Jedes Spiel fühlt sich ein wenig wie Champions League an“, sagte Trainer Thilo Bick. Und um sich eben für diese „Champions League“, in der Kreisoberliga gleichzusetzen mit Platz drei nach der Vorrunde, zu qualifizieren, fehlen dem SCN zwei Punkte. Konstanz ist dabei das Zauberwort, denn begeisternden Auftritten wie gegen Sontra (3:2 nach 0:2) stehen Einbrüche in Halbzeit zwei wie gegen HNU (nach 2:2 noch 2:5) gegenüber. Die Defensive gilt es zu stabilisieren, 16 Gegentore sind zu viele für ein Team, das zur Spitze zählen will.

SG Sontra: Sontra peilt mit nur zwei Punkten Rückstand auf Platz drei noch die Titelrunde an. Nach starkem Beginn und der Tabellenführung waren es vor allem die beiden Pleiten gegen Niederhone, die der Elf von Uwe Stückrath einen Dämpfer versetzten. Ganz bitter dann die letzte Partie des Jahres. Zwar wurden mit dem 2:0 gegen Wehretal drei wichtige Punkte eingefahren, die aber mit dem Kreuzbandriss des besten Torschützen Kevin Windus (fünf Treffer) teuer erkauft wurden.

SG FSA: Sieben Punkte hat FSA eingefahren, sechs auswärts. „Es wird schwierig, Wassmann und Kuric zu ersetzen“, ahnte Torjäger Lucas Harbich vor dem Serienstart, dass die Abgänge der Leistungsträger zum SV Adler kaum kompensierbar würden. Doch zuletzt zeigte die Formkurve nach oben, was Hoffnung macht, noch einige Punkte zu sammeln, ehe dann (wahrscheinlich) in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt gekämpft wird.

SG Wehretal: „Um Platz drei wollen wir schon mitspielen“, lautete die Erwartung des neuen Trainers Gerd Werner. Doch Verletzungen von Leistungsträgern wie Sascha Fricke und Uwe Becker machten dem Ziel schnell einen Strich durch die Rechnung. Vor allem zuhause enttäuschte die SG. Ein Punkt aus vier Spielen ist definitiv zu wenig für höhere Ambitionen. Und spätestens nach drei Pleiten in Serie vor der Winterpause dürfte auch dem letzten Optimisten klar sein, dass nach der Vorrunde wohl um den Ligaerhalt gespielt wird.

TSV Waldkappel: „Platz drei ist keine Option, wir können unsere Qualität realistisch einschätzen“, war sich TSV-Sprecher Henrik Stöber vor dem ersten Spiel sicher. Aber ein bisschen mehr als die schwächste Offensive (6 Tore), die schlechteste Defensive (31 Gegentore) und zwei Punkten hatte man sich schon erhofft. So soll im neuen Jahr die Konkurrenzfähigkeit unter Beweis gestellt werden, um mit neuem Mut in der Abstiegsrunde anzugreifen.

Gruppe 2

Mit Großalmerode (16) und Fürstenhagen (14) haben zwei der vor Saisonbeginn hochgehandelten Teams ihre Ambitionen bestätigt. Die besten Karten im Rennen um Platz drei haben die SG Abterode/Eltmannshausen (9) und die TSG BSA (8).

SG Abterode/Eltmannshausen: „In der neuen Liga mithalten und sich etablieren“, so lautete das Ziel von SG-Trainer Michael Bartholmai nach dem Aufstieg in die Kreisoberliga. Und das ist bisher eindrucksvoll gelungen, denn erst einmal musste seine Mannschaft als Verlierer den Platz verlassen. Gleich dreimal trennte sich sein Team mit 1:1, zwei Spiele wurden gewonnen. Vor allem in der Offensive (erst zehn Tore in sechs Spielen) steckt Verbesserungspotenzial. Wird der Angriff noch besser, dann ist der Traum von der erfolgreichen Qualifikation für die Meisterschaftsrunde durchaus realistisch. Und das wäre die wohl größte Überraschung der beiden Kreisoberliga-Gruppen.

Von Stefan Konklowsky

Torschützenliste

Kreisoberliga Gr. 1 Quali

1. Wilhelm Löffler (Wanfried) 8

2. Maxim Reichelt (Niederhone) 7

3. Marian Reimuth (Wichmannsh.) 6

4. Marcell König (Wanfried) 5

4. Kevin Windus (Sontra) 5

6. Simon Ewald (Sontra), Bastian Lindner (Sontra), Sascha Fricke (Wehretal), Lucas Harbich (FSA), Marcel Wagner (Niederhone), Janik Wittich (HNU) und Lukas Wetterau (HNU) je 4

Kreisoberliga Gr.2 Quali

1. Sebastian Jilg (BSA) 6

2. Philipp Schülbe (Abterode/Eltmannshausen), Domenic Appel (Fürstenhagen), Philipp Immig (BSA), Marcel Pressler (Meißner) Ray Sean Vogel (Großalmerode) je 4

7. Christoph Schülbe (Abterode/Eltmannshausen), Markus Pape (Fürstenhagen), Jannik Thrun (Meißner) je 3

Stark beim SC Niederhone: Maxim Reichelt.

Auffälligkeiten der bisherigen Saison

Das ist aufgefallen in den bisherigen Begegnungen der beiden Fußball-Kreisoberligen im Werra-Meißner-Kreis.

Bärenstarke Rückkehr: An der Spitze der Torjägerliste steht mit Wilhelm Löffler (8 Tore) ein Spieler von Spitzenreiter Wanfried, der nach fast zweijähriger Verletzungspause ein grandioses Comeback im Spätsommer gefeiert hat. Sieben Tore hat Maxim Reichelt für den SC Niederhone erzielt, sechs Marian Reimuth für den TSV Wichmannshausen. Insgesamt 52 Akteure haben sich bisher in die Torschützenliste eingetragen. Sebastian Jilg führt die Torschützenliste der Gruppe 2 mit sechs Treffern an, ihm auf den Fersen ist ein Quintett was bisher je vier Treffer erzielt hat. Jubeln über einen eigenen Treffer durften bisher 42 Kicker.

Viele Treffer in jedem Spiel: 130 Tore fielen bisher in den Spielen der Gruppe 1, das bedeutet 4,2 im Schnitt pro Partie. 82 Tore (Schnitt 3,6) lautet die Ausbeute in Gruppe 2.

Auf eigenem Platz eine Macht: Die SG Abterode/Eltmannshausen und der TSG Fürstenhagen sind die einzigen Mannschaften, die zuhause noch ohne Punktverlust sind. Allerdings haben auch beide erst zwei Heimspiele absolviert. Auswärts trifft das auf die Tabellenführer der beiden Gruppen zu. Während der VfL Wanfried viermal als Sieger in der Fremde jubelte, hat Großalmerode zweimal triumphiert.

SC Niederhone stellt das fairste Team: Vier Rote und elf Gelbrote Karten mussten die Schiedsrichter bisher in der Gruppe 1 verteilen. Ein Drittel davon ging auf das Konto des TSV Wichmannshausen. Ohne Platzverweis und nur mit 14 Gelben Karten belastet, stellt der SC Niederhone das fairste Team in seiner Gruppe. Eine Rote und sieben Gelbrote Karten verzeichnet die Gruppe 2, lediglich elf Gelbe kassierte Meißner und führt die Fairnesstabelle an.

Die höchsten Ergebnisse: Im torreichsten Spiel der Gruppe 1 besiegte die SG HNU den TSV Waldkappel mit 6:2. Den höchsten Sieg feierte die SG Sontra mit 6:0 bei der SG Wehretal. Torlos endete keine Partie. Ebenfalls ein 6:0 bedeutete den höchsten Erfolg in Gruppe 2. Verantwortlich dafür war die TSG BSA in Werratal. Das torreichste Spiel lieferten sich die SG A/E und Meißner beim 4:3.

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