Vor 300 Zuschauern: Der SV Reichensachsen beweist im Derby den längeren Atem

Hatten nach dem Derbysieg gut lachen: die Reichensächserinnen (von links) Alina Munk sowie die Heckmann-Schwestern Carolin und Laura. Foto: Claus/nh

Röhrda. Der Sieg im Kreisderby der Frauenhandball-Bezirksoberliga war am Ende verdient. Der SV Reichensachsen hatte den längeren Atem bei der ESG Datterode/Röhrda. Während sich bei den Ringgauerinnen in der Schlussphase Verschleißerscheinungen bemerkbar machten, die zu technischen Fehlern oder schwachen Abschlüssen führten, hatten die Gäste noch reichlich Kondition für schnelle Angriffsaktionen.

ESG Datterode/Röhrda - SV Reichensachsen 22:24 (12:11). Vor den spielerischen und kämpferischen Elementen, von denen das Derby reichlich zu bieten hatte, stellt sich zunächst einmal die Frage, wie ist denn die Partie eigentlich ausgegangen? Laut des elektronischen Spielberichtes hat der SVR 24:21 gewonnen. Die Aufzeichnungen des Chronisten lassen aber bei der ESG 22 Tore erkennen. Der Scheidepunkt war der 18:16-Siebenmetertreffer von Szilvia Blackert. Ein wenig später zeigte die Anzeigetafel jedoch den Spielstand von 17:17 an. Fakt ist aber, diese Zwischenbilanz gab es nicht. Und so zog sich das Resultat bis zur Schlusssirene mit einem fehlenden Tor hin. Dass jeweils ein Tor zu viel auf der Liste von Lisa Weiner und Melanie Wieditz stand, die wiederum Laura Heckmann fehlten, ist sekundär, auch Tor Nummer 20 der SG, das Nathalie Larbig erzielte, fehlte.

An dieser Stelle sei festgehalten, dass dem Kampfgericht kein Vorwurf gemacht werden darf, denn diese Neuheit des Spielberichtes lässt schnell Fehler zu. Die Herren Georg Meister und Manfred Eisenträger müssten ja Tinte getrunken haben, um dann ihre eigene Mannschaft zu benachteiligen. Nein, es war schlichtweg ein Tippfehler, den allerdings Schiedsrichter-Routinier Willi Paar auch nicht erkannte.

Zum Spiel: Nach der 3:2-Gästeführung übernahm die ESG weitgehend das Zepter, vor allem Blackert und Marion Möhrke waren nicht zu stoppen. Über 8:4 (16.) wurde der Vorsprung bis zur 22. Minute auf 11:6 ausgebaut. Doch der Titelfavorit fand zurück ins Spiel, vor allem Nicole Küch hatte mit drei Toren zum 9:11 die besten Argumente, denen Laura Heckmann das 10:11 folgen ließ.

Im zweiten Durchgang agierten beide Teams zehn Minuten auf Augenhöhe. Auf der einen Seite waren es Lorena Larbig und Stefanie Bake, die Akzente setzten, gegenüber sprühten jetzt Carolin Heckmann und Lisa Weiner vor Spiel- und Torfreude. Und dann kam die bereits beschriebene Schlussphase, in der der Gast deutlich mehr zum Zusetzen hatte.

Während ESG-Coach Tommy Bake auf der Suche nach dem verlorenen Tor war, stand Matthias Gerlich Rede und Antwort: „Es war ein typisches Derby mit den gewohnt eigenen Gesetzen. Mit der Chancenverwertung in der ersten Halbzeit kann ich nicht zufrieden sein. Ich habe mich zur Pressdeckung gegen Szilvia Blackert entschieden und denke, Isabell Wolf und Nicole Küch haben das abwechselnd gut gemacht. Unter dem Strich ist der Sieg für uns verdient.“

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