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Nach Corona-Schock: 34:29-Sieg der deutschen Handballer gegen Österreich

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Von: Björn Mahr

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Jubelpose: Der starke Timo Kastening von der MT Melsungen bejubelt eines seiner neun Tore.
Jubelpose: Der starke Timo Kastening von der MT Melsungen bejubelt eines seiner neun Tore. © Marijan Murat/dpa

Schock verdaut, zweites Turnierspiel gewonnen: Einen Tag nachdem die Corona-Infektion von Torjäger Julius Kühn bekannt wurde, feierte die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Bratislava einen 34:29 (15:16)-Erfolg gegen Österreich.

Kassel – Schock verdaut, zweites Turnierspiel gewonnen: Einen Tag nachdem die Corona-Infektion von Torjäger Julius Kühn bekannt wurde, feierte die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Bratislava einen 34:29 (15:16)-Erfolg gegen Österreich.

Da sich am späten Sonntagabend noch Polen 29:20 gegen Belarus durchsetzte, kann Deutschland bereits für die Hauptrunde planen. Allerdings geht es für das DHB-Team am Dienstag ab 18 Uhr (live im ZDF) gegen Polen um den Gruppensieg und zwei wichtige Punkte. 

Durch den Ausfall des mit dem Coronavirus infizierten Melsungers Kühn rückte der Lemgoer EM-Debütant Lukas Zerbe erstmals in den 16-köpfigen Kader – eine logische Entscheidung, da der nachnominierte Hendrik Wagner (siehe auch Auffälligkeiten) nach einem ersten PCR-Test noch im Teamhotel bleiben musste.

Nicht unbedingt damit zu rechnen war jedoch, dass Bundestrainer Alfred Gislason erneut mit Till Klimpke im Kasten beginnt. Doch wie schon beim 33:29 zum Auftakt gegen Belarus war der Wetzlarer erste Wahl. In seinem zweiten EM-Spiel seiner Karriere lief es für den 23-Jährigen viel besser.

Gleiches galt für den Halblinken Sebastian Heymann. Der Kühn-Vertreter warf nicht nur das erste deutsche Tor an diesem Abend (1:3, 7.). Zwar passte anfangs nicht alles im Spiel der DHB-Auswahl, ein Zwischenspurt bescherte ihr aber eine 6:5-Führung (11.). Woran die beiden Melsunger Kai Häfner und Timo Kastening durchaus ihren Anteil hatten. Turnierneuling Lukas Mertens vom SC Magdeburg durfte sich über seine ersten EM-Treffer freuen.

Es blieb bis zur Pause eng, weil den Österreichern mit dem Kieler Nikola Bilyk und dem starken Linksaußen Sebastian Frimmel immer wieder etwas Gutes im Angriff einfiel. Die deutsche Abwehr hatte so ihre Probleme – selbst nach Umstellungen klafften noch Lücken. Wie schon in den vorangegangenen Begegnungen machte ihr erneut das Spiel des Gegners über den Kreis zu schaffen.

Den zweiten Abschnitt eröffneten die Deutschen mit einem Treffer von Kastening und einem Tor von Christoph Steinert nach Kempa-Anspiel von Mertens. Obwohl Steinert und auch der Leipziger Luca Witzke einige Akzente setzten, gelang es dem DHB-Team nicht, sich klarer abzusetzen. „Wir sind in der Abwehr sehr offensiv. Da erwarte ich mir noch mehr Kompaktheit“, stellte Dominik Klein als Handball-Experte in der ARD fest. Immerhin: Steinert nutzte einen Tempogegenstoß zum 24:21 (44.).

Zehn Minuten vor Schluss war beim Stand von 28:26 noch keine Vorentscheidung gefallen. Dann sorgte der glänzend aufgelegte Kastening (insgesamt 9) mit einem Doppelschlag für einen Vier-Tore-Vorsprung (30:26). Da auch der starke Klimpke einige Würfe entschärfte und sich die Deckung um Johannes Golla und Patrick Wiencek steigerte, hatte das DHB-Team in der Schlussphase entscheidende Vorteile. Mertens verwertete einen Ballgewinn zum 32:27 (56.). Ein Tor, um die Nerven weiter zu beruhigen. In den letzten Minuten geriet der Erfolg nicht mehr in Gefahr. Sogar Zerbe steuerte noch ein Tor bei. (Björn Mahr)

Deutschland - Österreich 34:29 (15:16)

Deutschland: Klimpke, Wolff - Kastening 9, Mertens 6, Heymann 5, Steinert 4/1, Golla 3, Häfner 3, Witzke 3, Zerbe 1, Ernst, Köster, M´Bengue, Schiller, Weber, Wiencek

Österreich: Doknic, Häusle - Frimmel 9/5, Bilyk 7, R. Weber 4, J. Bozovic 3, Wagner 3, Posch 2, A. Hermann 1, Damböck, Dicker, Herburger, Martinovic, Ranftl, Zeiner, Zivkovic

SR: Gubica/Milosevic (Kroatien) - Z: 1485 - Strafminuten: 8 / 8

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