Letzter Bundesliga-Spieltag

Erst siegen, dann feiern: MT Melsungen am Sonntag gegen Lemgo

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Noch einmal alles geben: die MT-Profis Marino Maric (links) und Felix Danner. Foto: Dieter Schachtschneider

Es ist das letzte Spiel. Und sie wollen ihn unbedingt schaffen, den letzten Schritt in den Europapokal. Die MT Melsungen empfängt am Sonntag den TBV Lemgo.

Es darf also mitgefiebert werden mit den Handballern der MT Melsungen, die am Sonntag um 15 Uhr in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle gegen den TBV Lemgo-Lippe antreten.

Am Sonntag sind es 290 Tage. So viel Zeit ist vergangen, seitdem die Handballer der MT Melsungen in die Bundesliga-Saison 2018/19 gestartet sind. Mit einer 23:28-Heimniederlage war am 23. August 2018 das Auftaktspiel gegen den SC Magdeburg zu Ende gegangen. Auch den letzten Auftritt der Serie haben die Melsunger vor heimischer Kulisse: Gegner am Pfingstsonntag ab 15 Uhr in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle ist der TBV Lemgo Lippe.

Alles ist aus Melsunger Sicht angerichtet für einen begeisternden Abschluss. Um den fünften Platz zu behaupten, reicht der MT schon ein Punkt. „Wir sollten den letzten Schritt jetzt einfach gehen“, sagt Kapitän Finn Lemke. Zwar würde auch der sechste Rang eine Teilnahme am Europapokal garantieren, mit entsprechenden Rechenspielen mag sich im Melsunger Lager aber niemand wirklich beschäftigen. Auch die Zwischenstände von den Heimspielen der beiden Verfolger Füchse Berlin (gegen Wetzlar) und Bergischer HC (gegen Flensburg) sollen morgen offiziell auf dem Messegelände kein Thema sein.

„Wenn wir Fünfter werden, wäre dies nach einer Saison mit so vielen verletzten Spielern überragend“, erklärt Kreisläufer Felix Danner. Der dienstälteste Melsunger Profi weiß aber auch, dass der Kampf um Europa schon früher zu Gunsten der MT entschieden hätte sein können: „Ich trauere immer noch ein bisschen den im März verlorenen Punkten gegen Stuttgart nach.“

Sollten sich Danner und seine Kollegen für den EHF-Cup qualifizieren, wäre es für den Kreisspieler das dritte Mal, dass er mit den Nordhessen auf der internationalen Bühne auftritt – nach den Spielzeiten 2014/15 und 2016/17. „Ich reise lieber viermal nach Toulouse als einmal nach Balingen“, sagt der 33-Jährige und erhofft sich für das nächste Spieljahr mehr Abwechslung.

Zuvor muss der erfahrene MT-Akteur aber noch einmal vollen Einsatz zeigen. Da Lemke durch seine Schulterprobleme arg gehandicapt ist und wohl ausfallen wird, ist Danner im Mittelblock der 6:0-Abwehr besonders gefordert. An seiner Seite wird Philipp Müller agieren, der wie sein Zwillingsbruder Michael und der Däne Simon Birkefeldt zum letzten Mal (siehe auch Hintergrund) das MT-Trikot tragen wird. Unterstützung geben kann auch Marino Maric. Für den Angriff steht voraussichtlich der Schweizer Roman Sidorowicz (Sprunggelenksverletzung) nicht bereit. Dafür müssen voraussichtlich Domagoj Pavlovic und Timm Schneider im linken Rückraum ran.

Trainer Heiko Grimm hegt die Hoffnung, allen verfügbaren Spielern Einsatzzeiten zu gewähren: „Jeder aus meiner Mannschaft hat seinen Anteil an diesem tollen Ergebnis und es damit verdient, dass er zum Abschluss aufläuft.“ Ob der Coach letztlich so oft wechseln kann wie gewünscht, hängt natürlich ganz entscheidend vom Spielstand ab. „Schön wäre es, wenn alle Beteiligten zufrieden auf die letzten 60 Minuten zurückblicken können.“

Um seine Mannschaft nicht mit handball-spezifischen Themen zu überfrachten, ging es anfangs dieser Woche noch einmal in Kassel zu einem Boxtraining. Erst am Donnerstag begann die heiße Vorbereitungsphase.

„Unsere Bilanz gegen Lemgo war zuletzt nicht gut“, warnt Lemke vor seinem ExTeam. Im Hinspiel gab es eine Niederlage, in der vorherigen Saison endeten beide Vergleiche unentschieden. Die Hausherren lassen sich nicht davon blenden, dass der TBV personelle Nöte hat. „In der Deckung sind die Lemgoer nahezu komplett, und sie stellen immer noch eine gute Abwehr“, sagt Grimm. Was nichts daran ändert, dass er auf einen guten Abschluss hofft. Nach 290 Tagen.

Lesen Sie dazu: Lemgos Zieker und seine besondere Beziehung zu Melsungens Schneider

Und nach dem Spiel feiern Mannschaft und Fans den Saisonabschluss

Direkt nach Ende des Handball-Bundesligaspiels zwischen der MT Melsungen und dem TBV Lemgo Lippe werden die scheidenden MT-Profis von der Aufsichtsratsvorsitzenden Barbara Braun-Lüdicke und Manager Axel Geerken verabschiedet. Michael Müller geht nach Berlin, Zwillingsbruder Philipp verstärkt Leipzig, und der Däne Simon Birkefeldt findet in Schweden beim IFK Kristianstad eine neue sportliche Heimat. Schon in der Pause der Begegnung gehört der A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen die Bühne – das Team schaffte es im Frühling bis ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft.

Zum Rahmenprogramm gehören auch eine FFH-Party sowie diverse Fan-Aktionen in und an der Kasseler Rothenbach-Halle. Die Zuschauer können sich an mehreren Gewinnspielen beteiligen und die original getragenen Trikots kaufen. Alle Spieler, Trainer und Betreuer werden Autogrammwünsche erfüllen.

Das ist der aktuelle Spieltag der Handball-Bundesliga

Quelle: HNA

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