Schnellcheck

Kantersieg und Kastening-Gala: Handballer feiern im Olympia-Test 36:26-Erfolg gegen Brasilien

Eiskalt beim Tempogegenstoß: Timo Kastening (rechts) überwindet hier den brasilianischen Torwart Rangdel Da Rosa.
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Eiskalt beim Tempogegenstoß: Timo Kastening (rechts) überwindet hier den brasilianischen Torwart Rangdel Da Rosa.

Erster Test? Gelungen. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio beim Drei-Nationen-Turnier in Nürnberg vor 668 zugelassenen Zuschauern einen deutlichen 36:26 (17:13)-Sieg gegen Brasilien gefeiert.

Kassel – Erster Test? Gelungen. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio beim Drei-Nationen-Turnier in Nürnberg vor 668 Zuschauern einen deutlichen 36:26 (17:13)-Sieg gegen Brasilien gefeiert.
Am Sonntag ab 15.05 Uhr (Sport 1) geht es für das Team des Deutschen Handballbundes (DHB) noch gegen Ägypten um den Turniersieg. Unser Schnellcheck vom Auftritt am Freitagabend:

In welcher Besetzung ist die deutsche Mannschaft ins Turnier gestartet?

Zwar waren alle 17 nominierten Akteure im Kader, die Startformation hielt dennoch ein paar Überraschungen bereit. So bildeten Juri Knorr, Steffen Weinhold und Paul Drux die Aufbaureihe – und eben nicht Philipp Weber, Kai Häfner und Julius Kühn. Auf Rechtsaußen erhielt Tobias Reichmann den Vorzug gegenüber seinem Melsunger Vereinskameraden Timo Kastening. Erwartungsgemäß beorderte Bundestrainer Alfred Gislason zunächst Hendrik Pekeler und Johannes Golla in den Innenblock. Ansonsten waren noch Torwart Andreas Wolff und Linksaußen Uwe Gensheimer erste Wahl.

Welchen Eindruck machte die DHB-Auswahl im ersten Abschnitt?

Trotz eines schnellen 0:2-Rückstands und einigen Anlaufproblemen lief es über weite Strecken ganz gut. Das 4:3 von Gensheimer war die erste deutsche Führung. „Die Abwehr war in den ersten 20 Minuten sehr gut. Wir waren teilweise besser auf den Beinen als erwartet“, bilanzierte Gislason. Der Vorsprung wuchs bis auf 9:5 an (14.) – insbesondere ein Verdienst des Kielers Weinhold, der in der Nähe seiner Heimatstadt Fürth dreimal in Folge erfolgreich war. Gislason hatte mit seinem Team in dieser Woche im viel im Deckungs- und Tempospiel gearbeitet – das war anfangs gut zu erkennen. Auch Wolff konnte sich wiederholt auszeichnen. Dann stellten sich die Brasilianer besser auf das deutsche Team und kamen auf 13:14 heran (28.). Doch die letzten Sekunden vor der Pause gehörten dem Gastgeber: Reichmann nutzte einen Pass von MT-Nebenmann Häfner (15:13), Golla und der Melsunger Hüne Finn Lemke erhöhten auf 17:13.

Setzte sich der positive Trend nach dem Wechsel fort?

Kann man so sagen. Mit zwei Treffern kurz hintereinander stellte Kastening auf 19:13. Kastening? Ja. Gislason vertraute nun einer stark Melsungen-geprägten Besetzung. Mit Häfner, mit Kühn, mit Lemke – und eben auch Kastening, der Reichmann abgelöst hatte und sich neben seinem Melsunger Kollegen Häfner in Gala-Form präsentiere. Man kann es nicht anders formulieren: Deutschland hatte – auch teilweise mit dem siebten Feldspieler – alles im Griff. „Wir haben viele gute Lösungen gefunden“, stellte Weinhold zufrieden fest. Die logische Folge: 2,10-m-Mann Lemke warf das 23:15. Mit der offensiv interpretierten Deckung hatten die Südamerikaner so ihre Probleme. Auch der eingewechselte Schlussmann Johannes Bitter, der insgesamt mehr als 40 Prozent gehaltene Würfe vorweisen konnte, parierte etliche Würfe der Gäste gekonnt. Die vielen Ballgewinne nutzte das Gislason-Team zu vielen schnellen Gegenstößen, zumeist verwertet von Marcel Schiller und wem? Na klar: Timo Kastening. Er besorgte unter anderem das 35:22.

Gab es etwas Kurioses?

Nicht kurios, aber zumindest sehr bemerkenswert. Der Deutsche Handballbund startete in dieser Woche die Kampagne „Wir. Von Euch. Getragen.“ Damit will der Verband die große Verbundenheit zur Handball-Basis dokumentieren. Und um auch bei der Partie in Nürnberg darauf hinzuweisen, stand auf den Trainingsjacken der deutschen Spieler jeweils in großen Buchstaben der Ort, an dem ihre jeweilige handballerische Laufbahn begann. Bei Reichmann war beispielsweise Rangsdorf zu lesen.

Wie war die Übertragung bei Sport 1?

Kommentator Peter Kohl fand vor allem für den siebenfachen Torschützen Kastening viel lobende Worte: „Er machte ein starkes Spiel. Von der ersten Sekunde da zu sein, ist auch eine Qualität.“ Dem war nichts hinzuzufügen. (Björn Mahr)

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