Aus der Interims- ist eine Dauerlösung geworden

Was ist denn da los? Früherer Melsunger Bundesliga-Trainer Trtik wird Tschechien auch bei EM 2022 betreuen

Mindestens bis Ende Januar 2022 Trainer der Tschechen: Rastislav Trtik (Mitte, hier beim Qualifikations-Heimspiel gegen die Färöer Inseln).
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Mindestens bis Ende Januar 2022 Trainer der Tschechen: Rastislav Trtik (Mitte, hier beim Qualifikations-Heimspiel gegen die Färöer).

Was ist denn da ios? Der frühere Melsunger Handball-Trainer Rastislav Trtik wird nach seinem kurzfristigen Einstieg im Winter die tschechische Nationalmannschaft nun auch bei der EM 2022 betreuen.

Kassel – Als Rastislav Trtik 2004 das Team des Handball-Zweitligisten MT Melsungen übernahm, war der gebürtige Slowake mit tschechischem Pass in Personalunion auch Nationalcoach. Von 2002 bis 2005 trug er die Verantwortung für die Auswahl Tschechiens. Danach war er nur noch im Vereinshandball engagiert – mit Trainertätigkeiten in Deutschland, in der Slowakei und Polen.

Zuletzt kümmerte er sich um die Talente in der Region seiner Wahlheimat Ostrau. Doch als sich die Tschechen im Winter kurzfristig von Jan Filip und Daniel Kubes trennten, wurde Trtik zum Interimstrainer berufen. Jetzt, knapp fünf Monate später, steht fest, dass er noch einige Zeit dranhängen wird. Was ist denn da los?

Trtik war nach seiner Berufung im Februar eigentlich nur für die letzten Auftritte in der Qualifikation für die EM 2022 in der Slowakei und in Ungarn eingeplant. Doch dann gelang es ihm, trotz eines kräftezehrenden Programms mit teilweise drei Partien innerhalb von sechs Tagen, die Mannschaft zur EM zu führen. Zwei Siege gegen die Ukraine, ein Erfolg gegen die Färöer sowie ein Unentschieden gegen Russland – seine Bilanz war trotz einer 26:27-Pleite bei den Fähringern zufriedenstellend. „Wenn ich dem tschechischen Handball helfen kann, dann mache ich das sehr gern“, erklärt Trtik. Turnierspiele in seinem Geburtsland Slowakei seien für den 60-Jährigen zudem „etwas ganz Besonderes“.

In der EM-Vorrunde wird es seine Mannschaft in Bratislava mit den Top-Teams aus Schweden und Spanien sowie Bosnien-Herzegowina zu tun bekommen. „Wir haben eine der schwersten Gruppen erwischt“, erklärt der frühere Melsunger, „dennoch freue ich mich auf die Aufgabe. Wir haben eine noch unerfahrene Mannschaft mit allerdings vielen Talenten.“

Neben seinem Job als Nationaltrainer wird er auch weiterhin mit Nachwuchsspielern aus der Region Ostrau zusammenarbeiten. In diesen Tagen beschäftigt sich Trtik aber nicht so sehr mit dem Handball. Zurzeit macht er auf der griechischen Insel Korfu Urlaub. (Björn Mahr)

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