Heute ab 9.15 Uhr gegen Spanien

Früherer Profi der MT Melsungen nimmt an Olympischen Spielen teil: Johannes Golla und sein steiler Aufstieg

Daumen hoch: Johannes Golla ist erstmals bei Olympischen Spielen dabei.
+
Daumen hoch: Johannes Golla ist erstmals bei Olympischen Spielen dabei.

Wenn die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Tokio heute ins Turnier startet, steht auch der frühere Profi der MT Melsungen, Johannes Golla, im Fokus.

Kassel – Im Spät-Winter 2016 rief Markus Baur als damaliger Coach der Junioren-Nationalmannschaft den einstigen Melsunger Trainer Michael Roth an. Der Grund: Baur hatte von einem gewissen Johannes Golla gehört und wollte nun wissen, ob er den Burschen aus dem MT-Lager mal zum nächsten U20-Lehrgang einladen soll. Roth erklärte: „Der Junge ist ein Rohdiamant.

Wenn Du ein Überraschungspaket möchtest, dann lad ihn ein.“ Das tat Baur dann auch. Ein paar Monate später trug Golla bereits maßgeblich dazu bei, dass der Nachwuchs des Deutschen Handballbundes (DHB) in Dänemark EM-Silber gewann.

Nun, fast auf den Tag genau fünf Jahre nach seinem ersten Einsatz bei der Junioren-Europameisterschaft, steht er bereits vor dem größten Ereignis in seiner Handballer-Karriere. Als Kreisläufer und Abwehrstratege nimmt er mit der deutschen Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Tokio teil. Ein steiler Aufstieg. Der Profi des Bundesliga-Vizemeisters SG Flensburg-Handewitt freut sich nicht nur auf die Auftaktbegegnung heute ab 9.15 Uhr (ZDF und Eurosport) gegen Spanien: „Ich genieße jeden Lehrgang. Das ist immer wieder etwas Besonderes. Jetzt in Japan dabei zu sein, das ist natürlich die Krönung.“ Mit 23 Jahren ist er der zweitjüngste Spieler im deutschen Team – hinter Juri Knorr (21) von den Rhein-Neckar Löwen.

Einst Trainer von Johannes Golla: Michael Roth.

Schon jetzt ist es für den gebürtigen Rüdesheimer Golla ein besonderes Jahr: das WM- Debüt in Ägypten im Januar, die knappe Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft und zwischendurch die Geburt von Tochter Juna Liv. Als er sich von der Familie verabschiedete, sagte seine Freundin Elena: „Wir wünschen Dir viel Glück. Wir werden es auch ohne Dich schaffen.“ Die Worte haben ihm spürbar gutgetan: „Es ist eine lange Zeit. Ich bin ihr sehr dankbar. Umso größer wird aber auch die Freude sein, wenn ich zurückkomme, hoffentlich von einem erfolgreichen Turnier.“

Erfolgreich? Da hat er klare Vorstellungen. „Wir wollen uns erst einmal gut in der Gruppe präsentieren und das Viertelfinale erreichen. Erfolgreich geht aber auch mit dem ersten Spiel los“, sagt Golla. Er denkt nur ungern an die EM 2020 und die WM in diesem Jahr zurück, als sein Team in der Vorrunde bittere Niederlagen gegen Spanien beziehungsweise Ungarn einstecken musste. „Mit einem schlechten Spiel kannst du bei solch einem Turnier schon viel wegwerfen.“ Nach der Partie gegen Spanien geht es für ihn und sein Team am Montag (4 Uhr/ deutsche Zeit, ZDF/Eurosport) um die nächsten Punkte.

Nachdem Golla schon viel Erfahrung in der Champions League gesammelt hat, hält auch Bundestrainer Alfred Gislason große Stücke auf ihn. Zusammen mit dem Kieler Hendrik Pekeler und dem Melsunger Finn Lemke soll er im Innenblock für Stabilität sorgen. „Wenn ich mit Hendrik spiele, dann haben wir eher gleich aufgeteilte Rollen. Wenn ich mit Finn, aufgrund seiner Größe einer der besten Blockspieler im Handball, verteidige, dann habe ich eher den aggressiveren Part und muss nach vorn arbeiten“, erläutert Golla. (Björn Mahr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare