Gegen HSG Wetzlar und GWD Minden

Kapitän nach Corona-Quarantäne zurück bei der MT Melsungen

Der Trainer und sein Kapitän: Gudmundur Gudmundsson (links) von der MT Melsungen gibt Finn Lemke die nächsten Anweisungen. Im Hintergrund: Co-Trainer Arjan Haenen.
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Der MT-Trainer und sein Kapitän: Gudmundur Gudmundsson (links) gibt Finn Lemke die nächsten Anweisungen. Im Hintergrund: Co-Trainer Arjan Haenen.

Der MT Melsungen ist in der Handball-Bundesliga zu Hause. Nun kehrt Kapitän Finn Lemke pünktlich zu zwei Test-Spielen aus der Quarantäne zurück.

Kassel – Eine Sorge ist er los, eine andere bedarf aber mehr denn je seiner vollen Aufmerksamkeit. 14 Tage stand Kapitän Finn Lemke dem Handball-Bundesligisten MT Melsungen nicht zu Verfügung, bis er am Dienstag wieder ins Training eingestiegen ist. „Ich bin froh, dass ich mich nicht infiziert habe“, erklärt der 2,10-Meter-Hüne. Wegen eines Coronafalls im MT-Betreuerstab waren Lemke und Silvio Heinevetter vom Gesundheitsamt in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt worden.

Was in Lemkes Fall bedeutete, dass er für einige Tage allein auf dem Dachboden leben musste – persönlicher Kontakt zu seiner Frau und ihren beiden Kindern nicht möglich. „Ich wurde komplett von der Familie separiert“, berichtet Lemke.

Nun nahm der 28-Jährige wieder die Vorbereitung auf und kann mit seinem Team die nächsten Tests absolvieren – heute ab 15 Uhr bei der HSG Wetzlar, morgen ab 15 Uhr unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen GWD Minden. Nach dem erschreckend schwachen Auftritt seiner Kollegen im Europapokal-Rückspiel gegen Bjerringbro-Silkeborg und dem damit verbundenen Ausscheiden aus der Qualifikation zur European League hat Lemke einiges zu tun.

Da der Abwehrchef bei den vergangenen Begegnungen gegen die Dänen nicht dabei war, hält er sich mit Kritik zurück: „Der Europapokal ist abgehakt.“ Seine einzigen Vorwürfe: die mangelnde Körpersprache und die fehlende Kommunikation. Lemke mag lieber über die Faktoren sprechen, die er selbst beeinflussen kann: „Wir brauchen ein aggressiveres Miteinander in der Abwehr und ein schnelleres Umschaltspiel. Ich will mich als der Typ einmischen, der die Signale gibt.“ Gegen Silkeborg waren nur wenige MT-Profis spürbar vorangegangen und hatten Akzente gesetzt.

Trainer Gudmundur Gudmundsson hofft, dass mit der Rückkehr Lemkes auch eine Trendwende beim heimischen Erstligisten eingeleitet wird: „Finn ist sehr wichtig für die Deckung und für die Gegenstöße. Wenn er diese mitläuft, ist er für den Kontrahenten nur schwer zu stoppen.“

Vor drei Wochen bekamen es die Melsunger bereits in der Rothenbach-Halle mit den Wetzlarern zu tun – und machten im zweiten Test dieser Vorbereitung eine schlechte Figur. Unter dem Strich stand eine 25:30-Pleite. „Jetzt müssen wir auch Ergebnisse liefern“, betont Lemke.

Bis zum ersten Punktspiel sind es noch drei Wochen: Am 4. Oktober gastieren die Melsunger bei HBW Balingen-Weilstetten. Kurz zuvor stehen in Kassel noch freundschaftliche Vergleiche mit dem Zweitliga-Vertreter VfL Gummersbach (17. September) und dem TVB Stuttgart (19. September) auf dem Plan. Es gibt also genügend Möglichkeiten, sich gut einzuspielen. Dabei ist auch der Kapitän gefragt.

„Finn muss noch ein bisschen lauter werden“, sagt Tobias Reichmann, der erfahrene Rechtsaußen und Lemkes Stellvertreter. Bei der heutigen Prüfung muss der Hüne Verantwortung übernehmen – und kann damit beginnen, eine weitere Sorge zu vertreiben. (Björn Mahr)

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