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Handball-EM: Nationalspieler Weber Philipp im Interview - „Bei uns hat keiner Angst“

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Von: Björn Mahr

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Denker und Lenker im deutschen Spiel: Philipp Weber vom SC Magdeburg.
Denker und Lenker im deutschen Spiel: Philipp Weber vom SC Magdeburg. © Imago Images/Camera4+

Heute beginnt die Handball-Europameisterschaft. Erst morgen bestreitet allerdings das deutsche Team sein erstes Spiel. Wir haben mit Mittelmann Philipp Weber über das Turnier gesprochen.

Kassel – Gestern, kurz vor 13 Uhr, landete die Maschine mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft im slowakischen Bratislava. Während andere Teams schon heute die ersten Aufgaben zu bewältigen haben, wird es für das Team von Bundestrainer Alfred Gislason bei der in der Slowakei und in Ungarn stattfindenden Europameisterschaft erst morgen ernst. Um 18 Uhr (live in der ARD) beginnt das Auftaktspiel in der Vorrunde gegen Belarus.

Wir haben vor dem Turnierstart mit dem deutschen Spielmacher Philipp Weber vom Bundesliga-Spitzenreiter SC Magdeburg über die Aussichten für die EM gesprochen.

Für etliche Teamkollegen ist eine Vorbereitung auf ein großes Turnier etwas Neues, für Sie schon länger nicht mehr. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Sehr gut. Wir haben extrem hart gearbeitet – viel trainiert, viel gesprochen, viel Video geschaut. Und so ein Spiel wie gegen Frankreich hat uns natürlich auch mächtig geholfen, dass wir uns weiterentwickeln. Darauf können wir aufbauen.

Wie viel Qualität steckt in der deutschen Mannschaft?

Mit den Debütanten ist ein extremer Schwung reingekommen. Man spürt, dass da ein Feuer neu entfacht wurde. Es macht jeden Tag Spaß, mit den Jungs in die Halle zu gehen und sich zu verbessern. Wenn wir diesen Weg weitergehen, kann es ein gutes Turnier werden.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die Europameisterschaft?

Wenn es uns gelingt, in jedem Spiel unsere beste Leistung abzurufen, dann können wir mit jeder Mannschaft mithalten. Das müssen wir bei einem großen Turnier aber erst einmal unter Beweis stellen. Daran werden wir bis zum Auftakt weiter arbeiten. Ich kann es kaum noch erwarten, dass es losgeht.

Das Thema Corona können Sie gut ausblenden?

Damit beschäftigen wir uns ja nun mittlerweile fast zwei Jahre. Wir sind schon ein bisschen zu Hobby-Virologen geworden und beachten die strengen Regeln. Wir können nichts anderes machen, als uns bestmöglich zu schützen. Mehr können wir nicht machen, als unsere Blase, in der wir uns seit Neujahr befinden, aufrechtzuerhalten. Wenn es doch mal einen erwischen sollte, dann kann man es nicht ändern. Bei uns hat jedenfalls keiner Angst, in dieses Turnier zu starten.

Inwieweit hat sich Ihre Rolle im Team verändert?

Sie ist nicht anders als bei den letzten beiden Turnieren. Ich habe einen wichtigen Part im Angriff. Es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass unser Angriffsspiel gut aussieht. Das ist mir im Test gegen Frankreich mal gut, mal weniger gut gelungen. Wir müssen die Fehler abstellen, dass wir nicht so sehr in die erste und zweite Welle der Gegner hineinrennen.

Sie teilen sich die Arbeit mit einem jungen Spieler aus Leipzig.

Luca Witzke ist ein Mann, der das auf der Mitte genauso gut machen kann wie ich. Er hat nur eine etwas andere Spielweise als ich.

Inwiefern ist Ihre Brust als Spieler des SC Magdeburg etwas breiter?

Ich bin auf jeden Fall mit einer breiten Brust angereist, und die ist nach den beiden Siegen in der Vorbereitung nun auch nicht schmaler geworden. Gewinnen ist für mich das beste Teambuilding.

Los geht es für das deutsche Team gegen Belarus. Erinnern Sie sich noch an den letzten Vergleich mit dem Team?

Ja, das war in Wien.

Genau, Deutschland gewann klar bei der EM 2020.

Das kann gern so weitergehen. Wir haben allerdings schon viele Videos von den Belarussen gesehen. Die Mannschaft hat sich gemacht in den letzten Jahren und verfügt mit Karalek und Kulesch über zwei absolute Topstars. Die gilt es, in den Griff zu bekommen. Das geht bei uns nur im Kollektiv, denn bei uns ist das Team der Star. (Björn Mahr)

Zur Person: Philipp Weber

Philipp Weber (29) absolvierte bislang 55 Länderspiele für die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Der Mittelmann trägt seit dieser Saison wieder das Trikot des SC Magdeburg, für den er bereits von 2010 bis 2013 in verschiedenen Mannschaften im Einsatz war. Danach spielte der gebürtige Schönebecker für den SC DHfK Leipzig und die HSG Wetzlar. 2017 wurde er Bundesliga-Torschützenkönig. Über sein Privatleben ist wenig bekannt. 

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