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Von Andy Schmid bis Alexander Petersson - einige Handball-Größen verlassen im Sommer die Bundesliga

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Von: Björn Mahr

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Verlassen im Sommer die Handball-Bundesliga: Melsungens Alexander Petersson (links, linkes Bild) und sein ehemaliger Teamkollege Andy Schmid (Rhein-Neckar Löwen) sowie Flensburgs Lasse Svan (rechtes Bild).
Verlassen im Sommer die Handball-Bundesliga: Melsungens Alexander Petersson (links) und sein ehemaliger Teamkollege Andy Schmid (Rhein-Neckar Löwen). © IMAGO/LOBECA

Von Andy Schmid bis Alexander Petersson: Einige Handball-Größen verlassen im Sommer die Bundesliga.

Kassel – Das Saisonende in der Handball-Bundesliga rückt näher. Und wenn in knapp drei Wochen der Vorhang für die Serie 2021/22 fällt, heißt es Abschied nehmen – von Spielern, die die erste Liga über einen langen Zeitraum geprägt war. Allen voran: Alexander Petersson. Der mittlerweile 41-Jährige beendet nach dieser Punkterunde nicht nur sein Engagement bei der MT Melsungen, sondern auch seine Laufbahn. 19 Saisons war der isländische Halbrechte dann in der höchsten deutschen Klasse unterwegs.

„Richtig realisiert habe ich es noch nicht, dass bald meine Karriere zu Ende geht. Aber ich freue mich schon auf das, was danach kommt“, sagt Petersson. Erst einmal muss er noch drei Partien mit der MT bestreiten – am 4. Juni beim Bergischen HC, am 8. Juni gegen die HSG Wetzlar und am 12. Juni beim TVB Stuttgart. „Am liebsten wären mir drei Siege. Ich möchte der Mannschaft noch so viel wie möglich geben“, betont der erfahrene Handball-Profi. Zuletzt deutete er trotz der schmerzhaften 18:23-Schlappe der Melsunger gegen den TBV Lemgo Lippe seine Klasse mit zwei blitzsauberen Treffern an. Der zweite war sein 1750. in Liga eins. „Physisch war unsere Leistung gegen Lemgo okay, aber mental stimmte es nicht. Wir müssen jetzt noch mal alle Kräfte mobilisieren“, ergänzt der 41-Jährige.

Verlassen im Sommer die Handball-Bundesliga: Melsungens Alexander Petersson (links, linkes Bild) und sein ehemaliger Teamkollege Andy Schmid (Rhein-Neckar Löwen) sowie Flensburgs Lasse Svan (rechtes Bild).
Hört auf: Flensburgs Lasse Svan. © IMAGO/LOBECA

Die Partie beim BHC in Wuppertal wird sein 519. Bundesligaspiel sein. Er spielte vor seinem Wechsel zur MT 2021 für fünf weitere Klubs im Oberhaus: HSG Düsseldorf, TV Großwallstadt, SG Flensburg-Handewitt, Füchse Berlin, Rhein-Neckar Löwen.

Unter den Akteuren, die sich ebenfalls aus der Bundesliga verabschieden, sind einige Weggefährten. Wir blicken mit Petersson deshalb zusammen auf Andy Schmid (Rhein-Neckar Löwen), Lasse Svan (Flensburg) und Manuel Späth (HSV Hamburg).

Andy Schmid

Drei Spiele fehlen dem Schweizer noch – dann hat er exakt 400 Begegnungen in der Bundesliga absolviert. Seitdem Schmid 2010 zu den Mannheimern kam, wurde der Mittelmann fünfmal zum wertvollsten Spieler der Handball-Bundesliga gekürt. „Andy war in den vergangenen zehn, zwölf Jahren nicht nur für die Löwen und für mich wichtig, sondern für den ganzen Handball in Europa wichtig. Von ihm haben viele gelernt. Seine Anspiele an den Kreis sind herausragend. Er ist ein genialer Mittelmann“, lobt Petersson den ehemaligen Mitstreiter. 1648 Treffer gelangen Schmid bislang. Er wurde mit den Badenern Deutscher Meister, Pokal- und Europacupsieger.

Doch nicht nur seine Spielübersicht und seine Torgefährlichkeit zeichnen den 38 Jahre alten Schweizer aus. „Andy ist auch ein ganz feiner Mensch. Zwischen uns ist eine Freundschaft entstanden. Auch unsere Familien sind eng befreundet“, sagt Petersson. Anders als der Isländer tritt Schmid noch nicht in den handballerischen Ruhestand – er setzt seine Karriere in der Heimat beim HSC Kriens-Luzern fort.

Lasse Svan

Lasse Svan spielt noch länger als Schmid in der Bundesliga. Im Sommer 2008 wechselte der dänische Rechtsaußen nach Flensburg. „Als er hierher kam, kannten ihn noch nicht so viele Handball-Fans. Dann hat er sich auch durch seine Erfolge in der Nationalmannschaft zu einer großartigen Persönlichkeit entwickelt“, erklärt Petersson über seinen ehemaligen Nebenmann. „Lasse hat eine Ära auf Rechtsaußen geprägt.“ Der Isländer ist sich sicher, dass „der Däne eigentlich noch ein paar Jahre auf höchstem Niveau spielen könnte“.

448 Bundesliga-Einsätze und 1680 Tore stehen für Svan bislang zu Buche. Bis zum Serienende werden noch ein paar Treffer hinzukommen. „Lasse ist ein Freund geworden“, betont Petersson. Kein Wunder, dass ihn Svan zu seinem Abschiedsspiel (19. August) nach Flensburg eingeladen hat.

Manuel Späth

Manuel Späth Langjähriger Bundesliga-Profi
Manuel Späth, langjähriger Bundesliga-Profi © IMAGO/Alexander Keppler

In Handballer-Kreisen heißt Manuel Späth nur „Iron-Manu“ – wegen seiner Zuverlässigkeit. Über mehr als zehn Jahre hatte der frühere Göppinger kein einziges Bundesliga-Spiel verpasst. Erst 2016, als Späth bereits 31 Jahre alt war, musste er einmal absagen – wegen der Geburt seiner Tochter. „Ich habe großen Respekt vor seiner Leistung. Ein fairer Sportsmann. Wenn einer immer spielt, dann weißt du, der Junge hat es körperlich und mental drauf“, stellt Petersson mit Blick auf den 36-jährigen Späth fest.

Der gebürtige Schwabe bestritt bisher 494 Bundesligaspiele und warf dabei 932 Tore. Mit einem kurzen Abstecher nach Porto war der Ex-Nationalspieler (44 Einsätze) nur in Deutschlands höchster Klasse tätig – für Göppingen, Stuttgart und Hamburg. Im Sommer wird Späth Manager bei den Wasserballern aus Esslingen. (Björn Mahr)

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