Spiel in Stichworten

Ein Turniersieg und ein Traumtor: Handball-Nationalmannschaft gewinnt auch zweiten Olympia-Test

Erzielte ein Traumtor: Philipp Weber (Mitte) setzt sich gegen Ahmed Mohamed (links) und Yehia El-Deraa durch.
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Erzielte ein Traumtor: Philipp Weber (Mitte) setzt sich gegen Ahmed Mohamed (links) und Yehia El-Deraa durch.

Die Reise nach Tokio kann kommen: Die deutschen Handballer haben beim Drei-Nationen-Turnier in Nürnberg nach dem 36:26-Auftaktsieg am Freitag gegen Brasilien auch die zweite Aufgabe in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele erfolgreich bewältigt. Gegen Ägypten setzte sich das Team von Bundestrainer Alfred Gislason am Sonntagnachmittag mit 29:27 (12:10) durch.

Kassel – Die Reise nach Tokio kann kommen: Die deutschen Handballer haben beim Drei-Nationen-Turnier in Nürnberg nach dem 36:26-Auftaktsieg am Freitag gegen Brasilien auch die zweite Aufgabe in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele erfolgreich bewältigt. Gegen Ägypten setzte sich das Team von Bundestrainer Alfred Gislason mit 29:27 (12:10) durch.

Am Mittwoch reist das DHB-Team nach Japan, wo am 24. Juli das erste Gruppenspiel gegen Spanien auf dem Programm steht. Unser Spiel in Stichworten:

Die erste Hälfte: Der Pausenstand von 12:10 zeigte, wo die Probleme der deutschen Mannschaft lagen – in der Offensive. Gegen die bewegliche Deckung der Ägypter tat sich die DHB-Auswahl schwer. Mehrfach ging es nur über Notwürfe – und die fanden selten ihr Ziel. So war es keine Überraschung, dass die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason nach einer 4:3-Führung mit 5:8 ins Hintertreffen geriet. Trotz der einen oder anderen Glanzparade von Johannes Bitter im deutschen Kasten.

Je länger der erste Abschnitt aber dauerte, desto stabiler wurde die Hintermannschaft. Mit der Folge, dass die Heimmannschaft durch Philipp Weber, Julius Kühn, Marcel Schiller (3) und Johannes Golla mit 11:9 in Führung ging. „Die Abläufe passen schon ganz gut“, erklärte Kühn von der MT Melsungen. Einen Treffer Schillers bereitete dabei der eingewechselte Melsunger Schlussmann Silvio Heinevetter, der sich mit einigen spektakulären Reflexen glänzend einfügte, mit einem weiten Pass vor (10:9).

Die zweite Halbzeit: Gestaltete sich aus deutscher Sicht zunächst sehr erfreulich. Von 13:12 setzte sich der Olympia-Dritte von 2016 vor 768 Zuschauern immer weiter ab. Die Abwehr, zumeist mit Hendrik Pekeler und Finn Lemke im Zentrum, bereitete den Ägyptern einiges Kopfzerbrechen. „Zwischen der 30. und 50. Minute haben wir sehr gut gedeckt, egal, ob in einer 6:0- oder einer 3:2:1-Formation“, stellte Gislason fest. Im Angriff machten Steffen Weinhold, Paul Drux und Co. viel Druck auf die gegnerische Deckung. Ein Tor schöner als das andere. Sehenswert vor allem, wie Melsungens Tobias Reichmann das Kempa-Anspiel von Weber zum 27:19 verwertete. Wer sich erinnert: In der WM-Vorbereitung im Januar führte eine ähnliche Co-Produktion der beiden Akteure in Österreich schon zu einem Treffer.

In der Schlussphase zeigten die Deutschen im Gefühl des sicheren Sieges nicht mehr die nötige Konzentration – es gab etliche unnötige Ballverluste. Die Schwächen bestraften die Ägypter. Immerhin: Mehr als bis auf zwei Tore ließen sie die Afrikaner aber nicht herankommen. Auch weil Andreas Wolff, der in den letzten 20 Minuten zwischen den Pfosten stand, noch einige gute Aktionen hatte. „Der Sieg ist verdient, hätte aber höher ausfallen können“, bilanzierte Linksaußen Schiller.

Das Traumtor: Eigentlich war es ja ein unlösbares Unterfangen. In der Schlusssekunde des ersten Abschnitts bekam die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) aber noch einen direkten Freiwurf zugesprochen. Der Leipziger Weber, am Freitag wegen einer Muskelverhärtung noch geschont worden, nahm sich der Aufgabe an und schaffte es tatsächlich, den Ball ins linke Tordreieck zu befördern – 12:10.

Die kuriose Überzahl: In der 17. Minute traf Kühn nicht nur zum 7:8, der Profi von der MT Melsungen holte auch eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Ägypten heraus. Allerdings ergab sich für den Europameister von 2016 nicht wirklich ein Vorteil: Die Gäste nahmen durch eine clevere Spielweise praktisch 1:45 Minuten von der Zeit. (Björn Mahr)

Deutschland: Bitter (Hamburg), Heinevetter (Melsungen), Wolff Kielce) - Weber (Magdeburg) 5, Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 4, Schiller (Göppingen) 4/2, Kühn (Melsungen) 3, Weinhold (Kiel) 3, Drux (Berlin) 2, Golla (Flensburg) 2, Pekeler (Kiel) 2, Reichmann (Melsungen) 2, Häfner (Melsungen) 1, Knorr (RN Löwen) 1, Kastening (Melsungen), Kohlbacher (RN Löwen), Lemke (Melsungen)

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