Handballer heute beim HC Erlangen

Lasse Mikkelsen und ein großer Schritt für die MT

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Klare Kommandos: Spielmacher Lasse Mikkelsen tritt mit der MT heute in Nürnberg beim HC Erlangen an. 

Beim wichtigen Bundesliga-Auswärtsspiel der MT Melsungen heute ab 20.30 Uhr in Nürnberg gegen den HC Erlangen kommt auch Handballer Lasse Mikkelsen eine bedeutende Rolle zu.

Vor ein paar Tagen bekam Lasse Mikkelsen eine interessante E-Mail. Der Absender: der dänische Handball-Verband. Der Inhalt der Nachricht: Für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele im Juni wird der Bundesliga-Profi von der MT Melsungen in den 28-köpfigen Kader berufen. Er soll sich auf Abruf bereithalten. Soll heißen: Falls der eine oder andere Rückraumspieler absagt, kann er seine Rückkehr ins Nationalteam feiern. Ansonsten wird es genauso ausgehen wie im April: Für die Partien gegen Montenegro wurde er nicht nominiert.

„Ich würde mich sehr freuen, wenn ich mal wieder zu einem Lehrgang eingeladen werden sollte“, sagt der schlaksige Mittelmann. Durch teilweise herausragende Leistungen in dieser Saison im MT-Trikot empfahl sich der blonde Hüne für höhere Aufgaben. Wenn die Melsunger heute ab 20.30 Uhr (Sky) in der Nürnberger Arena beim HC Erlangen gewinnen und damit den wohl entscheidenden Schritt Richtung Europa machen sollten, wäre dies nicht zuletzt auch ein Verdienst des spielstarken Dänen.

Mit 161/40 Treffern ist er nach 32 Spieltagen die Nummer sechs der Bundesliga-Torschützenliste. Erfolge Mikkelsens in der Kasseler Rothenbach-Halle werden immer nach einem bestimmten Muster gefeiert: MT-Pressesprecher Bernd Kaiser ruft „Klasse“ – und die Fans antworten: „Lasse“. Die außergewöhnlichen Qualitäten des Rechtshänders werden auch heute Abend gefragt sein. Dabei wird er sich wieder darauf einstellen müssen, dass rechts von ihm nicht immer ein Linkshänder agiert. Da Michael Müller weiterhin ausfällt, steht lediglich Mikkelsens Landsmann Simon Birkefeldt für den rechten Rückraum zur Verfügung. Trainer Heiko Grimm löst dieses Problem, indem er zur Entlastung auch mal einen Rechtshänder auf diese Position stellt. Domagoj Pavlovic, Timm Schneider und – falls er nach überstandener Innenbandverletzung fit wird – Roman Sidorowicz könnten diesen Part übernehmen. „Wir können umstellen. Und damit wird es ein ganz anderes Spiel“, sagt Mikkelsen und gewinnt diesem Umstand durchaus Positives ab.

Adalsteinn Eyjolfsson, Erlanger Trainer

Allerdings ist die Hintermannschaft der Franken nur schwer zu überwinden – egal, ob sie in einer 6:0- oder 5:1- Formation verteidigen. Grimm bezeichnet den Kontrahenten als „sehr kampfstark“. Darüber hinaus gibt der erfahrene Schlussmann Nikolas Katsigiannis den nötigen Rückhalt. Die Hausherren von Trainer Adalsteinn Eyjolfsson (siehe Hintergrund) können als Tabellenneunter gelassen der Partie entgegenblicken. Für Melsungen dagegen geht es um einen Europapokalrang. Grimm sagt: „Es ist das Endspiel um Platz fünf.“ Aber: Auch als Sechster wären die Nordhessen qualifiziert.

„Es ist ein schmaler Grat zwischen Ent- und Anspannung. Wir haben aber keinen Grund, entspannt in dieses Spiel zu gehen“, betont der Coach, „wir können selbstbewusst auftreten.“ Bei einem Sieg hätte die MT zum fünften Mal in der Bundesliga-Geschichte die 40-Punkte-Marke geknackt. Sollte es nichts mit einem Erfolg in Nürnberg werden, käme es wohl auf das letzte Spiel am 9. Juni gegen den TBV Lemgo an.

Hintergrund: So ist die Lage beim HC Erlangen

„Im letzten Heimspiel will sich jede Mannschaft noch einmal von ihrer besten Seite präsentieren“, sagen die MT-Profis Michael Allendorf und Tobias Reichmann. Deswegen haben sie und ihre Melsunger Kollegen auch großen Respekt vor der heutigen Aufgabe beim HC Erlangen. „Es wird das Duell zweier hochmotivierter Mannschaften“, sagt HCE-Coach Adalsteinn Eyjolfsson, „wir wollen unbedingt Neunter bleiben.“ Der frühere Kasseler Trainer verfolgt mit seinem Team noch ein weiteres Ziel – einen Punkterekord. Wenn die Erlanger mindestens noch einen Zähler holen, haben sie die Bestmarke aus der Serie 2016/17 (28) gesteigert. Verletzungsbedingt fehlen werden dem HCE der Ex-Melsunger Johannes Sellin und Christoph Steinert. Vor dem Anwurf verabschieden die Erlanger einige Profis: Steinert, Jonas Thümmler, Andreas Schröder, Nicolai Theilinger, Sergej Gorpishin, Gorazd Skof und Michael Haßferter. Nach dem Spiel wird es für die Fans in der Nürnberger Arena Freibier geben.

Quelle: HNA

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