Melsungen gastiert heute in Flensburg

MT-Profi Birkefeldt auf Abschiedstournee: Ich will die letzten Spiele genießen

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Hatte es schon im Hinspiel in Kassel nicht leicht: Melsungens Simon Birkefeldt (links, gegen die Flensburger Tobias Karlsson und Rasmus Lauge).

Kassel. Im Juni muss Simon Birkefeldt den Handball-Bundesligisten MT Melsungen verlassen. Vor dem Gastspiel heute ab 19 Uhr bei der SG Flensburg-Handewitt zieht er ein positives Fazit. 

Niemals geht man so ganz, lautet eine Zeile aus einem Schlager von Trude Herr. In gewisser Weise wird dies auch für Handball-Profi Simon Birkefeldt gelten, wenn der Däne im Juni den Bundesligisten MT Melsungen verlassen muss. „Ich habe neue Freundschaften geschlossen, die bleiben werden“, sagt der 28-Jährige. Landsmann Lasse Mikkelsen, Felix Danner und Roman Sidorowicz sind längst mehr als nur Kollegen für ihn. Nicht nur ihre gemeinsamen Fahrten zu den Heimspielen von Melsungen nach Kassel werden ihm stets in guter Erinnerung bleiben.

Voraussichtlich fünfmal wird Birkefeldt allerdings noch im Trikot der MT auflaufen. Los geht es heute um 19 Uhr in der Flens-Arena mit der Herkulesaufgabe beim Deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt. Bereits am Freitag ab 19.30 Uhr steht mit dem Benefizspiel beim TSV Vellmar schon der nächste Auftritt an.

„Ich kann schon jetzt sagen: Ich hatte eine tolle Zeit hier“, erklärt der Rückraumschütze, der erst im vergangenen Sommer aus Holstebro nach Deutschland gewechselt war. Er hegt keinen Groll gegen die MT – auch wenn die Melsunger Verantwortlichen eine Option im Vertrag zogen und sich schon nach einem Jahr von Birkefeldt trennen werden.

„Vielleicht wäre es für mich besser gelaufen, wenn ich von Beginn an mehr Sicherheit gespürt hätte“, mutZeitweise hatte Birkefeldt sein Können durchaus angedeutet – wie zum Beispiel beim 26:34 in Mannheim gegen die Rhein-Neckar Löwen: Da waren ihm sechs Treffer gelungen. Insgesamt steht er jetzt bei 57 Toren, nachdem er am Wochenende gegen die Löwen fünfmal erfolgreich war. „Er macht seine Sache jetzt wieder besser“, lobt Heiko Grimm.

Vor ein paar Wochen hatte der Trainer ganz bewusst das Gespräch mit Birkefeldt gesucht. Die Leistungen des Dänen waren wenig erbaulich, die Unterstützung für Michael Müller im rechten Rückraum eher überschaubar.

„Ich möchte die letzten Spiele mit der MT noch genießen. Jetzt habe ich wieder mehr Spaß am Handball, da läuft es besser“, betont der 28-Jährige. Er hofft darauf, dass es mit der Qualifikation für den Europapokal klappt. Zumal es möglicherweise in der nächsten Spielzeit dann ein Wiedersehen geben könnte. Sein zukünftiger Klub Kristianstad könnte zwar mit einer Wild Card auch noch einen Startplatz für die Champions League bekommen, würde aber ansonsten im EHF-Cup teilnehmen.

Mit Kristianstads Coach, dem Ex-Flensburger Ljubomir Vranjes, hat er schon telefoniert. Auch bei MT-Schlussmann Nebojsa Simic, einst beim schwedischen Erstligisten unter Vertrag, informierte er sich über seinen nächsten Verein. Nun freut er sich auf die Aufgabe, die für ihn am 20. Juli offiziell in Kristianstad beginnt.

Die spielfreie Zeit wird er in seiner Heimat verbringen. So oft sah er seine Freunde in Arhus zuletzt nicht. Einige davon versuchen aber trotz Examensprüfung heute nach Flensburg zu kommen. Zumal die Partie für Birkefeldt etwas Besonderes ist. Als Kind fuhr sein Vater mit ihm des Öfteren aus Dänemark an die Flensburger Förde – Birkefeldts Begeisterung für den Handball war endgültig geweckt.

Hintergrund

Am Mittwochmittag ging es los – der MT-Tross setzte sich in Richtung Flensburg in Bewegung. Heute ab 19 Uhr ist Anwurf in der Arena. Bis auf Rekonvaleszent Julius Kühn sind alle Mann fit – auch Felix Danner und Marino Maric, die zu Beginn dieser Woche angeschlagen waren. „Wir haben in dieser Saison noch viermal 60 Minuten zu spielen. Macht: 240 Minuten Vollgas“, erklärt Trainer Heiko Grimm. Klar: Mit Blick auf die Tordifferenz kann sich Melsungen nicht erlauben, zu viele Chancen liegen zu lassen. Mehr Druck hat aber die SG – eine Niederlage könnte schon das Ende der Titelträume bedeuten. „Darin liegt eine kleine Chance für uns“, hofft Grimm. 

Quelle: HNA

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