Ein Schritt Richtung Europa

28:25 – MT wacht gegen Hannover erst spät auf

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Bald Kollegen: (von links) Melsungens Lasse Mikkelsen, Hannovers Kai Häfner und Finn Lemke.

Puh. Noch die Kurve gekriegt. Die MT Melsungen hat im Rennen um die Europapokal-Plätze einen wichtigen Schritt gemacht.

Der heimische Handball-Bundesligist wachte am Donnerstagabend gegen die TSV Hannover-Burgdorf zwar erst spät auf, feierte am Ende aber einen ungefährdeten 28:25 (12:10)-Sieg und rückt der Teilnahme am EHF-Cup immer näher.

Dabei stand der Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle sogar auf der Kippe. Vor dem Tor auf der gegenüberliegenden Seite der Stehtribüne tropfte unaufhörlich Wasser von der Decke. Spielleiter Frank Böllhoff inspizierte die Angelegenheit, mit Handtüchern wurde der Boden gewischt, es wurde diskutiert –aber: Mit zehn Minuten Verspätung begann schließlich die Partie.

Und irgendwie hatte diese Verzögerung Symbolcharakter. Denn die MT brauchte viel Zeit, bis sie ins Spiel fand. Zunächst hatte es den Eindruck, als würden die Nordhessen an ihre unterirdische Vorstellung von Flensburg anknüpfen. Nicht wenige der 4300 Zuschauer dürften sich gefragt haben, für welches der beiden Teams es noch um etwas geht. Die Gäste wirkten spritziger, aggressiver und zielstrebiger.

Bei den Gastgebern hingegen lief in der Offensive fast nichts zusammen. Alle Hoffnungen ruhten auf Lasse Mikkelsen – nach dem Motto: Lasse, mach das mal. Im Grunde setzte nur der Spielmacher Akzente. Wenn mal ein anderer MT-Akteur zum Abschluss kam, scheiterte er meist an Hannovers Schlussmann Urban Lesjak. Allein Simon Birkefeldt fand dreimal in Lesjak seinen Meister. Für den Dänen kam nach zwölf Minuten Domagoj Pavlovic in die Partie.

Spielerisch enttäuschte die MT. Zwar gingen die Melsunger nach einem Treffer von Tobias Reichmann 1:0 in Führung (3. Minute). Doch in der Folge rannten sie einem Rückstand hinterher. Zwei Fehler Timm Schneider, zwei Konter, einmal traf Timo Kastening, einmal Cristian Ugalde, und die MT lag 1:3 zurück (6.). Wie schwer sich die Mannschaft von Heiko Grimm tat, verdeutlicht diese Tatsache: Nach 20 Minuten hatte sie erst sechs Tore erzielt. Mikkelsen war es, der auf 6:7 verkürzte. Und hätten die Nordhessen nicht Nebojsa Simic im Tor gehabt, hätten sie wesentlich höher zurückgelegen.

Aber plötzlich war sie da, die MT. Angetrieben von den Fans, gelangen vier Tore in Folge: Schneider, Pavlovic, Marino Maric und Michael Allendorf machten aus einem 6:9 ein 10:9 (27.). Prompt zeigte die Mannschaft eine andere Körpersprache, auf einmal ging es schnell – und dank Kapitän Finn Lemke stand es 12:10 zur Pause.

Und diese letzten Minuten der ersten Hälfte taten der MT gut. Es passte nun mehr zusammen. Nach einem 5:1-Lauf bauten die Gastgeber ihre Führung auf 17:11 aus (36.). Die Niedersachsen ließen sich zwar nicht komplett abschütteln. Aber weil Simic weiter glänzend parierte, kamen die Gäste auch nicht mehr ernsthaft heran.

Nach dem Wechsel zeigte die MT mehr Schwung. Und die Fans hatten ihren Helden des Abends gekürt: Nebojsa Simic. Nach dessen parierten Siebenmeter gegen Veit Mävers (51.) hallten die bekannten Simo-Rufe durch die Halle. Spätestens nach Allendorfs Treffer zum 25:20 war klar (53.): Hier würde nichts mehr passieren. Auch wenn es zum Ende noch mal hektisch wurde. Und es passte ins Bild, dass Simic in der Schlusssekunde abermals einen Siebenmeter entschärfte.

28:25 - MT Melsungen siegt gegen Hannover

Quelle: HNA

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