Melsunger Handballer erwarten Minden

Heimspiel gegen Minden: Am Samstag zählt es für die MT-Schützenkönige

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Beim Schießwettbewerb des MT-Fanclubs Bartenwetzer ganz vorn: Yves Kunkel, der siegreiche Michael Müller und Tobias Reichmann (von links). 

Kassel. Handball-Bundesligist MT Melsungen empfängt am Samstag ab 20.30 Uhr GWD Minden. Was dieses Spiel mit Schützenkönigen zu tun hat - lesen Sie selbst. 

Wenn Michael Müller im Juni den Handball-Bundesligisten MT Melsungen nach sechs Jahren Richtung Berlin verlässt, hat der Rückraumakteur zumindest einen (kleinen) Pokal im Gepäck. Beim Jux-Wettbewerb des Fanclubs Bartenwetzer in dieser Woche auf der Schießanlage in Melsungen traf der 34-Jährige am besten: Zehn Schüsse mit Kleinkaliber- und Luftgewehr – und Müller erreichte 88 von möglichen 100 Ringen. Knapp dahinter: die beiden Außen Tobias Reichmann und Yves Kunkel (je 86). „Man hat schon gemerkt, dass es auf Kleinigkeiten ankommt und dass man an kleinen Stellschrauben drehen muss“, berichtet Reichmann.

Eine Parallele zum Bundesliga-Geschäft, in dem auch oft Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden. So wie vor einer Woche, als die MT unnötigerweise 24:25 in Wuppertal gegen den Bergischen HC verlor. Am Samstag ab 20.30 Uhr (Rothenbach-Halle) können es die Nordhessen im Heimspiel gegen GWD Minden besser machen und nach zwei Niederlagen in Folge in die Erfolgsspur zurückkehren. Vielleicht hat der Abend im Schützenheim dabei etwas geholfen.

MT-Kreisläufer Felix Danner in Aktion. 

„Wenn man eine Zehn schießen will, muss man voll fokussiert sein. Dasselbe gilt für einen Vorstoß im Handball“, sagt Kreisläufer Felix Danner, als Gesamtvierter auch einer der MT-Schützenkönige. Genau daran hat es bei den Melsungern zuletzt allerdings gehapert: zu wenig Geschwindigkeit im Spiel, zu viele falsche Entscheidungen. Es gab überhaupt nur ein Kontertor – Philipp Müller schloss aus der zweiten Welle erfolgreich ab. „Wir haben gefühlt über 59 Minuten im Sechs-gegen-sechs gespielt“, erklärt Trainer Heiko Grimm, „nun müssen wir wieder dahinkommen, schneller nach vorn zu spielen.“ Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Dänen Lasse Mikkelsen zu, der den Ball als Mittelmann rasch nach vorn befördern muss.

24 eigene Tore sind für die Ansprüche der Melsunger zu wenig. Auch schon bei der 24:26-Heimpleite Ende März gegen Stuttgart war die Ausbeute der MT bescheiden. Im Bergischen Land offenbarte das Team zudem Schwächen im Überzahlspiel und beim Einsatz des siebten Feldspielers. „Wir müssen Chancen besser herausspielen“, fordert Reichmann.

Nur: Die Partie gegen Minden wird ein harter Prüfstein. Zum einen können die Gäste als Tabellenelfter befreit aufspielen. Zum anderen haben die Ostwestfalen schon einmal der MT in dieser Spielzeit einen Nackenschlag versetzt – beim 32:27-Heimerfolg. „Wir wurden damals teilweise vorgeführt“, sagt Grimm und denkt nur mit Unbehagen an das Hinspiel. „Da gilt es jetzt schon, einiges gerade zu rücken.“

Die Enttäuschung von Minden hatte allerdings auch etwas Gutes. Einen Tag später gab es eine interne Aussprache. Danach rückte das Team enger zusammen und warf direkt am nächsten Abend die gastgebende HSG Wetzlar aus dem DHB-Pokal.

Auch heute wird es wohl nur über mannschaftliche Geschlossenheit gehen. Umso erfreulicher, dass der lange verletzte Domagoj Pavlovic im Training weitere Fortschritte gemacht hat und auf sein Comeback gegen Minden hoffen darf. Möglich, dass auch der scheidende Melsunger Halbrechte Simon Birkefeldt, zuletzt kaum berücksichtigt, eine Chance bekommt. „Dazu muss sich Simon im Training aber entsprechend anbieten“, stellt Grimm klar.

Erste Wahl im rechten Rückraum ist jedoch ohnehin Michi Müller. Umso mehr, als diesen der Erfolg beim Schießen beflügelt haben dürfte.

Hinweis: Karten für das MT-Heimspiel gibt es am Samstag noch an der ab 19 Uhr geöffneten Tageskasse.

Quelle: HNA

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