Melsunger Handball-Profi schockt dänische Weltmeister

Was war denn da los? Melsungens Torwart Simic in Montenegro gefeiert

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Ín exzellenter Verfassung: Nebojsa Simic (hier im MT-Trikot) brachte Welt meister Dänemark schier zur Verzweiflung. 

Nebojsa Simic von der MT Melsungen führte die montenegrinische Handball-Nationalmannschaft zum Überraschungssieg über Weltmeister Dänemark. Was war denn da los?

Am Tag nach der Sensation und seiner Galaleistung brauchte Nebojsa Simic einige Zeit, um in Gang zu kommen. „Ich war voller Adrenalin und bin erst ganz spät eingeschlafen“, berichtete der 26 Jahre alte Handball-Profi. Keine Überraschung, denn der Torwart der MT Melsungen führte das Team aus Montenegro in der EM-Qualifikation zu einem überraschenden 32:31 (16:17)-Sieg über den amtierenden Weltmeister Dänemark.

Fast 4500 Zuschauer verwandelten die Halle in der Hauptstadt Podgorica in ein Tollhaus. „Das war unglaublich emotional. Nach dem Spiel wollten alle Fans auf das Feld und uns feiern“, sagte Simic. Vor allem der Schlussmann des Bundesligisten stand im Fokus – und verdrückte vor Rührung ein paar Tränen. Mit 17 Paraden stellte er seine hochdotierten dänischen Gegenüber Niklas Landin aus Kiel und Jannick Green aus Magdeburg klar in den Schatten. Sogar einen Siebenmeter von Welthandballer Mikkel Hansen parierte der Wahl-Melsunger. In der zweiten Halbzeit gelang ihm zudem ein Treffer vom eigenen Kreis. Dafür gab es immer wieder „Simo, Simo“-Sprechchöre von den Rängen. Und fast die ganz Nacht über erhielt er Glückwünsche per Whatsapp und SMS.

Auch sein Heim-Trainer Heiko Grimm war begeistert: „Das zeigt, wie viel Potenzial in Simo steckt. Wir müssen nur konsequent mit ihm arbeiten.“ Kommende Woche kehrt Simic zur MT zurück und steigt in die Vorbereitung auf das Punktspiel am Ostersamstag beim Bergischen HC ein. Zuvor steht allerdings noch am Samstagabend das zweite Duell mit den Dänen an – dann in der WM-Arena in Kopenhagen „Da können wir jetzt fast als Touristen hinreisen“, erklärt der Torwart lachend.

Am Donnerstag wurde das Übungsprogramm für die montenegrinische Auswahl in Anbetracht des Coups kurzfristig verändert – nur ein leichtes Training am späten Nachmittag. Das gab den Spielern die Möglichkeit, noch die Reaktionen auf die Geschehnisse zu verarbeiten. Simic: „Die Titelseiten der Zeitungen sind voll von uns.“ An mehreren Stellen taucht ein Begriff auf: Helden. Als solcher durfte sich vor allem Nebojsa Simic fühlen.

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Auch Sidorowicz erfolgreich

Einen großen Schritt in Richtung Handball-EM haben der Melsunger Roman Sidorowicz und die Schweizer Nationalmannschaft gemacht. In Belgien setzten sich die Eidgenossen mit 28:25 durch. Sidorowicz erzielte fünf Treffer.

Roman Sidorowicz

„Die beiden Punkte waren wichtig“, sagte der MT-Profi zufrieden. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit eine kurze Schwächephase, haben diese aber mit guten Abwehr- und Torwartleistungen sowie strukturiertem Angriffsspiel rasch überwinden können."

Am Sonntag treffen die Nationalteams in Schaffhausen erneut aufeinander. „Dafür brauchen wir noch einmal volle Konzentration“, betont Sidorowicz. Bei einem weiteren Erfolg stehen die Chancen gut, erstmals seit 2006 an einer EM teilzunehmen.

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Quelle: HNA

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