Handball-Bundesligaspiel am Sonntag in Kassel

MT-Profi Sidorowicz trifft erstmals auf Landsmann Andy Schmid

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Andy Schmid (links) und MT-Stratege Roman Sidorowicz. 

Das Handball-Bundesligaspiel zwischen der MT Melsungen und den Rhein-Neckar Löwen am Sonntag in Kassel beschert dem Schweizer Roman Sidorowicz ein besonderes Spiel: Er trifft erstmals auf Landsmann und Nationalmannschaftskollege Andy Schmid. 

Horgen ist eine Schweizer Kleinstadt am Westufer des Zürichsees. Dort leben etwas mehr als 20 000 Menschen. Aus der kleinen Gemeinde im Kanton Zürich stammt Handball-Superstar Andy Schmid. Aber auch ein anderer ehemaliger Horgner bereichert seit einigen Monaten die Bundesliga: Roman Sidorowicz von der MT Melsungen.

MT-Stratege: Roman Sidorowicz. 

Am Sonntag ab 12.30 Uhr kommt es in der bereits ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle zu einer Premiere: Zum ersten Mal treffen die beiden Rückraumstrategen in einem Punktspiel aufeinander. Bislang kämpften sie immer nur auf derselben Seite – für die Schweizer Nationalmannschaft. Als Sidorowicz 2010 mit 18 Jahren aus der Jugend in die Männer-Mannschaft von Amicitia Zürich wechselte, machte Schmid schon im Ausland Karriere – zunächst in Dänemark für Bjerringbro-Silkeborg, später bei den Löwen. Und da der Neu-Melsunger bis zum Herbst 2018 noch bei Pfadi Winterthur unter Vertrag stand, war er beim Hinspiel in Mannheim noch nicht dabei.

Umso größer ist jetzt die Freude bei Sidorowicz, auf Schmid zu treffen. „Er ist eine Handball-Legende“, sagt der 27-Jährige fast ehrfürchtig. Klar, wer sich nur ein bisschen für Handball interessiert, der kann mit dem Namen Schmid sofort etwas anfangen. Zwar hat der 35-Jährige längst nicht den Stellenwert von Tennis-Champion Roger Federer, ist aber dennoch ein großer Sympathieträger: sehr bodenständig, ohne Star-Allüren – und in seinem Sport ein Ass.

Dazu passt es, dass er dem Melsunger Landsmann eine große Wertschätzung entgegenbringt. „Ich freue mich, dass Roman so eingeschlagen hat“, sagt Schmid, „er hat X-Faktor-Qualitäten, das heißt, dass er auf allen Rückraumpositionen spielen kann. Er ist schnell, wendig und hat für seinen schmächtigen Körper noch einen extrem guten Wurf.“ Der Löwen-Spielmacher traut „Sido“ zu, sich noch sechs, sieben Jahre in der deutschen Bundesliga zu behaupten.

„Es bedeutet mir viel, so etwas von einem Spieler dieser Klasse zu hören“, sagt der Allrounder der MT selbst. „Dafür muss ich versuchen, meine Qualitäten jede Woche auf die Platte zu bringen.“ Schon jetzt gehört er zu den Entdeckungen dieser Saison, weil er fast ohne große Anlaufzeit eine wichtige Rolle im Melsunger Team übernahm und seine beeindruckende Dynamik ausspielt. „Ich werde unseren Abwehrleuten schon ein paar Tipps geben, wie man ihn verteidigen muss und seine Qualitäten einschränken kann“, erklärt Schmid mit Blick auf die Partie am Sonntag.

Die schwierigere Aufgabe hat aber zweifellos die MT zu lösen – sie muss Ausnahmekönner Schmid in den Griff bekommen. Sidorowicz stellt klar: „Wenn wir gegen die Löwen gewinnen wollen, müssen wir Andys Spielwitz unterbinden.“

Hintergrund

Als Melsungens Bundesliga-Coach Heiko Grimm noch in Luzern als Handball-Trainer arbeitete, reiste er mit seiner Frau Carolin des Öfteren in ihren Heimatort Meilen. Dafür mussten sie die Fähre über den Zürichsee nutzen – und die fährt aus Horgen ab. Grimm weiß auch sehr gut, welche Bedeutung der gebürtige Horgner Andy Schmid für den Handball in der Schweiz hat. „Wenn es offizielle Anlässe gab, ging es immer um Andy. Er ist das Aushängeschild und wird jedes Jahr in seiner Heimat ausgezeichnet“, erklärt der 41 Jahre alte MT-Verantwortliche. 

Quelle: HNA

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