Vettel hat ein Luxusproblem

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Sebastian Vettel

Jerez de la Frontera - Wohin die Reise genau geht, wusste Ferrari nicht. Die Ungewissheit bezog sich zwar auf den Flug in die verschneite Heimat nach dem Testende. Indes hat Sebastian Vettel ein Luxusproblem.

Ferraris Twitter-Botschaft nach dem Ende der ersten Testfahrten brachte das Dilemma auf den Punkt. “Wir wissen bis jetzt noch nicht, wo wir landen werden“, hieß es da. Gemeint war zwar der ungewisse Ankunfts-Airport in Italien mit Blick auf das winterliche Wetter. Die Nachricht könnte aber auch zur kommenden Formel-1-Saison passen. “Im Moment müssen wir das Auto viel besser verstehen, vielleicht sind es gerade mal 20 Prozent von dem, was wir verstehen müssten“, hatte Pilot Fernando Alonso vorher gesagt: “In den kommenden Tagen müssen wir den Rest begreifen.“

Nur wenige Stunden nachdem die Mannschaft aus Jerez letztlich wie geplant via Bologna in Maranello angekommen war, setzte sich Teamchef Stefano Domenicali um 09.00 Uhr morgens mit den Ingenieuren zusammen. Viel Zeit für die Nachschulung hat die Scuderia nicht. Am 21. Februar geht auf dem Circuit de Catalunya die zweite Testphase los. “Wir werden in Barcelona viel besser vorbereitet sein, als wir es in Jerez waren“, prophezeite Alonso.

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Zum letzten Mal dürfen die Piloten vom 1. März an für vier Tage ebenfalls in Barcelona sich und ihre Autos auf den Saisonstart am 18. März in Melbourne einstimmen. Dort will Ferrari direkt vorn mitmischen. Der Druck ist groß. Der letzte Titel liegt fünf Jahre zurück. Daher sei nun Ruhe und Konzentration gefragt, mahnte Ferrari in einem Beitrag auf der eigenen Homepage.

Es habe weder einen Grund für Katastrophen-Vorhersagen nach den ersten drei Testtagen gegeben, noch einen Grund dafür, nach der Bestzeit von Alonso am letzten Tag in Jubel auszubrechen, schrieb die Scuderia. Was den neuen Wagen betrifft, räumte man ein: “In einigen Bereichen gibt es sicherlich Raum für Verbesserungen.“

All zu viel hat der neue Ferrari äußerlich mit den Vorgängermodellen nicht mehr gemein. Höchstens die Farbe. Die neue “Rote Göttin“ wurde mit einem Höcker ausgestattet, der bei keinem anderen Auto bislang so extrem ausfällt. Und was steckt unter der Haube? Man müsse man nun sehr viel analysieren und die Teile des Puzzles zusammensetzen, sagte Technikdirektor Pat Fry.

Ebenso wie der neue Ferrari zeigte aber auch der neue Red Bull in Sachen Zuverlässigkeit in Jerez noch Schwächen. Titelverteidiger Sebastian Vettel nahm es gelassen. “Man sollte auch nicht gleich beunruhigt sein, wenn man kleine Probleme während der Fahrt hat, denn dafür sind die Testtage ja da“, erklärte er auf seiner Homepage. Ihm sei “es lieber, die Dinge passieren jetzt, als dann später im Rennen“, betonte Vettel. Probleme mit der Elektronik und dem Motor hatten ihn stundenlang zum Zuschauen verurteilt.

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Zu keinem Ergebnis ist der 24 Jahre alte Heppenheimer in dieser Zeit offensichtlich bezüglich des neuen Kosenamens für sein Auto gekommen. “Eine Sache an der ich und die Jungens noch arbeiten, ist der Name des RB8“, schrieb Vettel. “Wir haben schon jede Menge Ideen und auch Vorschläge gesammelt, aber ich habe bis zum Start der neuen Saison ja noch ein wenig Zeit.“ Das zumindest gilt auch für Ferrari.

dpa

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