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Falschparker haften bei Unfall – ein Urteil schafft jetzt Klarheit

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Von: Dominik Jahn

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Falschparker können unter Umständen bei einem Unfall hohe Bußgelder bekommen. Auch mit der Versicherung wird es dann meist Probleme geben.

Wer sein Auto abstellt, der muss im Straßenverkehr einiges beachten. Was ist falsch und was noch erlaubt? echo24.de hat bereits über das korrekte Parken berichtet. Und Falschparker kann es richtig hart treffen. Unter gewissen Umständen können sie auch einem Unfall schuld sein.

Gerade im Winter sollte man gut aufpassen, wie man sein Auto abstellt. Parklicht oder Standlicht? Die korrekte Verwendung kann laut Straßenverkehrsordnung ein Bußgeld und eine Schuldfrage verhindern.

Falschparker müssen bei Unfall mit Teilschuld rechnen

Wer sein Auto im Straßenverkehr falsch parkt und damit Teil eines Unfalls wird - wenn auch nur passiv - der muss mit einem Bußgeld rechnen und wird Probleme mit seiner Versicherung bekommen. In einem Interview mit bild.de erklärt Rechtsanwalt Tom Louven vom Online-Portal geblitzt.de, was dann passiert. (Artikel hinter Bezahlschranke).

Straßenverkehrsordnung
Abkürzung:StVO
Geltungsbereich:Bundesrepublik Deutschland
Inkrafttreten am:1. Oktober 1934

Louven macht sofort klar: „Auch wenn das Auto abgestellt ist und nicht aktiv am Straßenverkehr teilnimmt, kann das bei einem Unfall trotzdem zu einem Mitverschulden führen.“ Wie der Experte erläutert, werden im Falle eines Unfalls dann noch „die Sicht- und Lichtverhältnisse“ berücksichtigt. Eine Teilschuld wird aber auch laut bussgeldkatalog.org immer die Folge sein.

Urteil nach Unfall mit Falschparker schafft Klarheit

Das Fachportal nennt dazu einen Fall aus Frankfurt. In einem Wohngebiet hatte dabei ein Autofahrer seinen Pkw unmittelbar vor einer Verkehrsinsel, welche die Fahrbahn verengt, geparkt. Und damit verbotswidrig. Ein anderer Fahrer krachte im Dunkeln auf Höhe der Verkehrsinsel hinten auf den Pkw.

Die Wucht des Aufpralls schob den Falschparker auf zwei weitere Autos, die dadurch massiv beschädigt wurden. Das Urteil eindeutig: In der Dunkelheit ist ein falsch geparktes Auto schlecht zu erkennen. Der Falschparker trägt ein Mitverschulden von 25 Prozent. Wäre der Unfall dagegen tagsüber passiert, hätte der Halter des parkenden Fahrzeugs vollen Schadensersatz verlangen können. Sein falsch abgestelltes Fahrzeug ist im Hellen leichter zu erkennen, als in der Nacht. Der Unfall wäre vermeidbar gewesen.

Falschparker müssen grundsätzlich mit hohen Bußgeldern rechnen

Grundsätzlich wird es für alles Falschparker kritisch, die laut Rechtsanwalt Louven ihr Auto „weniger als fünf Meter entfernt von Einmündungen, Kreuzungen oder in zweiter Reihe“ geparkt haben. Schon ohne eine Verwicklung in einen Unfall kommen hohe Bußgelder auf die Fahrzeughalter zu.

Wer sein Auto an unübersichtlichen Stellen oder beengten Orten parkt, der muss laut Bußgeldkatalog mit einer Strafe von 35 Euro rechnen. Kommt dann noch eine Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer dazu, steigen die Kosten auf 55 Euro. Richtig teuer wird es für Falschparker, wenn „die Durch­­fahrt für Rettungs­­fahr­­zeuge nicht mehr gewähr­­leistet“ ist - 100 Euro sind dann fällig.

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