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Extreme Dürre in Spanien – Olivenöl könnte bald knapp werden

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Von: Vincent Büssow

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Olivenöl in einem Supermarkt in Madrid.
Olivenöl könnte bald ein knappes Gut werden. Die Hitze bereitet den Bäumen in Spanien große Probleme. (Archivbild) © Carola Frentzen/dpa

Die Olivenbäume in Spanien leiden unter dem Klimawandel. Für den weltweit größten Hersteller von Olivenöl könnte das fatal werden.

Jaén – In Europa leidet die Landwirtschaft zunehmend unter der Erderwärmung. Die hohen Temperaturen und die Trockenheit haben inzwischen ein solches Ausmaß angenommen, dass selbst hitzeresistente Nutzpflanzen Probleme bekommen. So entfällt in diesem Jahr ein großer Teil der Olivenernte in Spanien – das hat auch Auswirkungen auf Deutschland.

Die Hitze, die diesen Sommer in Europa geherrscht hat, hat Spanien besonders hart getroffen. Drei Hitzewellen haben der dortigen Landwirtschaft hart zugesetzt, nachdem der Winter bereits ungewöhnlich trocken war. Die Olivenbauern in Andalusien melden dementsprechend, dass die Ernte deutlich geringer ausfallen wird. Da Olivenbäume eigentlich sehr widerstandsfähig gegen Wassermangel sind, ist ein Großteil der Anbauflächen unbewässert. Die extreme Hitze ist aber selbst den wäremliebenden Pflanzen zu viel, weshalb sie jetzt weniger Früchte produzieren. Nur 20 Prozent des Durchschnitts der letzten fünf Jahre wird auf diesen Flächen erwartet. Die bewässerten Bäume sollen ebenfalls nur auf50 bis 60 Prozent kommen.

Olivenbäume unter blauem Himmel in Andalusien.
Spanien produziert weltweit das meiste Olivenöl. Die Bäume leiden jedoch unter der extremen Trockenheit. (Archivbild) © Scott Masterton/imago

Olivenbäume leiden unter Hitze: Olivenöl wird knapp

Für Spanien als weltweit größten Hersteller von Olivenöl ist diese Entwicklung folgenschwer. Das Land übernimmt fast die Hälfte der weltweiten Olivenölproduktion und exportiert die begehrte Flüssigkeit jährlich im Wert von 3,6 Milliarden Euro. Auch Deutschland bezieht viel Olivenöl aus Spanien, wobei auch in anderen Bezugsregionen wie Griechenland die Hitze überhandnimmt.

LandWeltmarktanteil an Olivenöl (2020)
Spanien42,3%
Italien21,1%
Tunesien11,6%
Portugal8,4%
Griechenland7,4%

Quelle: welterxporte.de

Olivenöl wird knapp: Hitze macht Anbauflächen unbrauchbar

Ob sich die geringe Ernte bereits in diesem Jahr auf die Bestände von Olivenöl in deutschen Supermärkten auswirkt, ist noch unklar. Aufgrund des Klimawandels könnten laut dem spanischen Bauernverband COAG aber bald 80 Prozent der unbewässerten Anbaufläche in Andalusien nicht mehr für Oliven oder zumindest einige Sorten geeignet sein.

Immer wieder werden aktuell Engpässe im Lebensmittelmarkt gemeldet. Aufgrund der explodierenden Preise für Strom und Gas wird auch die Kohlensäure knapp: Erste Hersteller haben die Produktion bereits eingestellt. (vbu mit AFP)

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