Ackermann: Aufschwung bleibt anfällig 

Frankfurt/Main - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sieht noch immer Risiken für die wirtschaftliche Erholung. Die Finanzkrise sei noch zu spüren, sagte er bei der Hauptversammlung des Dax-Konzerns.

“Die wirtschaftlichen Aussichten für das Jahr 2010 sind weiterhin durch ein hohes Maß von Unsicherheit geprägt“, sagte Ackermann am Donnerstag bei der Hauptversammlung des Dax-Konzerns. Die Nachwehen der Finanzkrise seien nach wie vor zu spüren, zudem seien mit der Schuldenkrise und dem Druck auf den Euro neue Probleme zu bewältigen.

Diese machten es nicht leichter, den richtigen Zeitpunkt für einen Ausstieg aus den staatlichen Stützungsprogrammen und für einen Einstieg in neue regulatorische Maßnahmen zu finden. Weltweit werden verschiedene Maßnahmen diskutiert, um Spekulation einzudämmen und die Finanzbranche an den Folgen der Krise zu beteiligen.

“Keine Frage: Wir müssen das Finanzsystem stabiler machen und Schwächen, die sich in der Krise gerade auch bei Banken gezeigt haben, konsequent beseitigen. Davon gibt es eine ganze Reihe: zu wenig Eigenkapital und Liquidität, zu viel Risiko, zu wenig Transparenz, falsche Anreize und einiges mehr“, führte Ackermann aus.

Es gelte jedoch, in einem engen Dialog aller Betroffenen “das richtige Maß, die richtige Balance an Regulierung zu finden“. Der Banker betonte: “Verbalattacken auf sogenannte Spekulanten und Polit- Rhetorik, die von einem “Krieg“ zwischen Märkten und Staat spricht, sind einem solchen Dialog nicht zuträglich und nicht zielführend.“

Gleichzeitig betonte er seinen  Willen zur Rettung des hoch verschuldeten Euro-Landes Griechenland. “Es ist uns ein echtes Anliegen, zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen ... National wie international. Wo immer wir tätig sind.“ Dies habe die Deutsche Bank unter anderem dadurch bewiesen, dass sie sich “zur Bewältigung der Griechenland-Krise besonders engagiert“ habe.

“Dass diese und andere Anstrengungen nicht immer und überall honoriert, ja manchmal von interessierten Kreisen sogar diskreditiert werden, darf uns nicht beirren“, sagte Ackermann. Die deutschen Finanzinstitute hatten sich bereiterklärt, griechische Anleihen nicht abzustoßen und Kreditlinien für das verschuldete Land und seine Banken nicht zu kappen. Dies war etwa von der SPD als “absolute Nullnummer“ kritisiert worden. Nachdem Ackermann dann auch noch in der ZDF-Sendung “Maybrit Illner“ Zweifel an Athens Zahlungsfähigkeit äußerte, hagelte es Kritik. 

dpa

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