Allianz will Immobilien von Aldi Süd kaufen

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Insgesamt betrieben die Regionalgesellschaften der Aldi-Süd-Gruppe allein in Deutschland fast 1780 Filialen, so die FTD.

München - Bei Aldi gibt es nicht nur Bananen, Zahnpasta und Wurst. Die Allianz möchte jetzt auch Immobilen des Discount-Giganten kaufen.

Europas größter Versicherungskonzern Allianz will Immobilien des Discounters Aldi Süd kaufen. Beim Bundeskartellamt ist das Vorhaben, über das die “Financial Times Deutschland“ am Montag berichtete, bereits angemeldet, wie eine Sprecherin der Behörde in Bonn bestätigte. Demnach geht es um den “Erwerb von Immobilien der Aldi Grundstücksgesellschaft“. Zur Größenordnung des Geschäfts wurde zunächst nichts bekannt, in der Branche werde aber ein umfangreicher Deal vermutet, hieß es in dem Zeitungsbericht.

Eine Allianz-Sprecherin wollte sich zu den Plänen am Montag zwar zunächst nicht äußern, kündigte aber nähere Informationen dazu an. Aldi Süd bestätigte Gespräche mit dem Versicherer über einen Immobilienverkauf, gab aber ebenfalls zu Details keine Auskunft.

Die Allianz hatte sich noch vor Ausbruch der Finanzkrise vor drei Jahren von einem milliardenschweren Immobilienpaket getrennt, als die Preise noch deutlich höher als jetzt lagen, wie es in dem Bericht hieß. Ein Ausbau der Immobilien-Anlagen würde nun eine Änderung der Strategie bedeuten.

Dagegen sagte eine Sprecherin der Allianz-Immobilientochter, ein Um- und Ausbau des Portfolios sei erklärtes Ziel des Unternehmens. Dabei sollten die Immobilienbestände inklusive Fondsinvestitionen von derzeit 17 auf 30 Milliarden Euro aufgestockt werden. Laut “FTD“ ist zudem die Konzentration auf größere Objekte und ein stärkeres Engagement im Einzelhandelssektor geplant. Angesichts der niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten böten Immobilieninvestitionen den Versicherern stetige Einnahmen, hieß es in der Zeitung. Gerade die Lebensversicherer, die ihren Kunden eine Zinsgarantie auf Lebens- und Rentenpolicen geben, seien darauf angewiesen.

Aldi Süd wiederum würde mit dem Verkauf eigener Immobilien noch stärker vom Mietmarkt abhängen, der wegen hoher Leerstände derzeit aber gute Verhandlungsspielräume biete. Ende 2008 habe das Unternehmen über die Tochter Aldi Immobilien 88 Filialgrundstücke im Bestand gehabt. Insgesamt betrieben die Regionalgesellschaften der Aldi-Süd-Gruppe allein in Deutschland fast 1780 Filialen, berichtete die Zeitung.

Eine Anmeldepflicht für solche Transaktionen beim Bundeskartellamt ergibt sich ab einer bestimmten Umsatzschwelle der beteiligten Unternehmen. “Es handelt sich um eine ganz reguläre Fusionsprüfung“, sagte die Behördensprecherin, ohne sich zu Details des Geschäfts zu äußern. Nach Eingang der Anmeldung prüfen die Kartellwächter einen Monat lang, ob es wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen die Pläne gibt. Falls ja, würde die Behörde ein Hauptprüfverfahren einleiten, dafür seien ihr in diesem Fall aber keinerlei Anhaltspunkte bekannt, sagte die Sprecherin.

dpa

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