Dax sehr schwach

Frankfurt/Main - Belastet von den Sorgen um Schuldenkrise und Wirtschaftswachstum hat der Dax bereits am Dienstag die Erholungsgewinne der Vorwoche komplett wieder abgegeben.

Für den deutschen Leitindex ging es bis zum Nachmittag um weitere 3,70 Prozent auf 5178 Punkte nach unten. Der MDax sank gar um 5,45 Prozent auf 7719 Punkte und markierte den tiefsten Stand seit Juni 2010. Sogar fast ein Jahr länger stand der TecDax nicht mehr unter den am Tagestief erreichten 620 Punkten. Aktuell verlor er 3,46 Prozent auf 623 Punkte.

Die Analysten von IG Markets sahen den Trend bereits vom US-Leitindex Dow Jones Industrial vorgegeben, der am Montag auf dem tiefsten Stand seit mehr als zwölf Monaten geschlossen hatte und erneut eine sehr schwache Eröffnung erwarten lässt. “Der Beginn des neuen Quartals hat leider keinen Stimmungswandel mit sich gebracht“, schrieb Marktanalyst Cameron Peacock. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex mit einem Abschlag von rund 25 Prozent das schwächste Quartal seit neun Jahren abgeschlossen.

Der Finanzsektor stand weiter im Fokus: So trat die Deutsche Bank wegen der Turbulenzen auf den Kapitalmärkten mit einer Prognosesenkung an den Markt. Der Branchenprimus hält es nun nicht mehr für möglich, in diesem Jahr wie angestrebt 10 Milliarden Euro vor Steuern zu verdienen, wie Bank-Chef Josef Ackermann am Dienstag bei einer Analystenkonferenz in London erklärte. Er hatte zuletzt die Märkte bereits auf diesen Schritt vorbereitet, so dass die Papiere ihre Verluste nur kurzzeitig deutlich ausweiteten. Zuletzt lagen sie mit minus 6,47 Prozent auf 24,080 Euro wieder auf dem vorherigen Niveau.

Die Commerzbank-Aktien sanken derweil um 6,87 Prozent auf 1,640 Euro. Börsenbriefautor Hans Bernecker sieht vor allem Pläne für einen höheren Forderungsverzicht ausländischer griechischer Gläubiger als Belastung für die Portfolios von Banken und Versicherern. Citigroup senkte zudem das Kursziel der Aktie.

Papiere des Bezahlsenders Sky Deutschland brachen im MDax um 9,37 Prozent auf 1,605 Euro ein. Händler verwiesen auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, wonach die bisherige Praxis der Vergabe nationaler Exklusivrechte bei TV-Übertragungen von Fußball-Spielen überarbeitet werden muss.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere weiter auf 1,57 (Freitag: 1,64) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,22 Prozent auf 130,54 Punkte. Der Bund Future gewann 0,88 Prozent auf 138,65 Punkte. Der Eurokurs sank weiter. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3181 (Montag: 1,3327) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7587 (0,7504) Euro.

dpa

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