Ermittlungen gegen Ex-BayernLB-Vorstand

München - Wieder Ärger bei der BayernLB: Die Staatsanwaltschaft nimmt das Vermögen eines früheren Vorstandsmitglieds der skandalgebeutelten Landesbank unter die Lupe. Bayerns Finanzminister verlangt eigene Ermittlungen der Bank.

Neue Turbulenzen bei der krisengebeutelten BayernLB: Die Münchner Staatsanwaltschaft prüft die Herkunft des Vermögens eines früheren Vorstandsmitglieds. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der “Süddeutschen Zeitung“ (Montag). Demnach soll der frühere Risiko- Vorstand der Landesbank, Gerhard Gribkowsky, in seiner Amtszeit 50 Millionen US-Dollar aus Mauritius und der Karibik erhalten und in einer österreichischen Privatstiftung angelegt haben. “Wir schauen, woher das Vermögen kommt und ob im Zusammenhang damit Straftaten geschehen sind“, sagte die Sprecherin.

Das bayerische Finanzministerium verlangte von der Landesbank umgehend eigene Ermittlungen, um die Herkunft des Vermögens zu ergründen. Die Informationen der Zeitung seien im Ministerium bisher nicht bekanntgewesen, heißt es in einer Stellungnahme des Hauses. “Die Bayerische Landesbank wurde umgehend aufgefordert, eigene Ermittlungen anzustellen.“ Die Bank solle vor allem untersuchen, ob sich daraus weitere Schadensersatzansprüche gegen Gribkowsky ergeben könnten, heißt es in der Mitteilung weiter. Die BayernLB wollte sich nicht zu dem Bericht äußern, man werde den Angaben aber nachgehen, hieß es.

Laut “SZ“ untersuchen die Ermittler, ob das Geld aus kriminellen Geschäften stammt, die mit der Formel 1 zu tun haben. Gribkowsky war von 2002 bis 2008 als Vorstandsmitglied für die Risikosteuerung und Vermeidung von Kreditausfällen zuständig. 2007 habe Gribkowsky ohne Wissen der BayernLB in Salzburg die “Sonnenschein Privatstiftung“ gegründet und in einer Tochterfirma der Stiftung das Vermögen angelegt, das ihm zuvor aus Mauritius im Indischen Ozean und den Jungfraueninseln zugeflossen sei, hieß es in dem Bericht. Von den 50 Millionen Dollar seien nach Steuern in Österreich knapp 25 Millionen Euro übriggeblieben. Gribkowsky selbst hatte sich in der vergangenen Woche an die Staatsanwaltschaft gewandt und diese über die Stiftung informiert, wie die Behörde bestätigte.

Der Zeitung sagte der Ex-Vorstand dem Bericht zufolge zunächst, es handele sich um Familien-Vermögen. Anschließend habe er dazu keine weiteren Auskünfte mehr gegeben, berichtete die “SZ“. Die Staatsanwaltschaft prüfe vor allem, ob die 50 Millionen Dollar aus der Formel 1 kommen könnten, mit der Gribkowsky bei der BayernLB auf Vorstandsebene jahrelang befasst war, hieß es in dem Bericht. Hintergrund ist die Pleite des einstigen Medienmoguls Leo Kirch, dem die BayernLB zwei Milliarden Euro geliehen hatte.

Die Landesbank hatte das Kirch-Engagement bei der Formel 1 übernommen, um durch einen späteren Verkauf der Rennserie wieder zu ihrem Geld zu kommen. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft wollte sich zu Details der Untersuchung zunächst nicht äußern. Gribkowsky gehört zu den früheren Vorstandsmitgliedern, von denen der Verwaltungsrat wegen des Milliarden-Fehlkaufs der österreichischen Hypo Group Alpe Adria Schadenersatz verlangt. Betroffen davon sind auch die früheren BayernLB-Chefs Werner Schmidt und Michael Kemmer sowie mehrere weitere Ex-Manager.

dpa

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