Gase-Spezialist Linde ist zuversichtlich

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Linde-Chef Büchele hofft auf ein deutlich besseres 2015. Foto: Tobias Hase

Linde hat kein leichtes Jahr hinter sich. 2015 soll zwar besser werden, einfacher wird es nicht, sagt der neue Chef des Gase-Spezialisten. Wolfgang Büchele will den Dax-Konzern stetig weiterentwickeln, aber nicht umkrempeln. Arbeit gibt es genug.

München (dpa) - Der Industriegase-Konzern Linde hofft nach einem schwierigen Jahr auf deutlichen Auftrieb 2015. Allerdings gebe es nach wie vor etliche Unwägbarkeiten, sagte der seit nicht ganz einem Jahr amtierende Konzernchef Wolfgang Büchele am Montag in München.

Strategisch sehe er das Unternehmen gut aufgestellt, angesichts vieler Veränderungen etwa bei Thema Digitalisierung müsse aber Linde das eigene Geschäftsmodell stetig weiterentwickeln.

Ob Linde in diesem Zusammenhang auch Stellenstreichungen plant, wollte Büchele nicht konkret sagen. Einen weiteren "Personalaufbau" werde es aber in diesem Jahr voraussichtlich nicht geben. In Brasilien und Australien habe es bereits einen Jobabbau gegeben. In Südafrika werde noch umgebaut, dort seien Kürzungen möglich, auch in einzelnen Ländern in Europa sei das nicht auszuschließen.

Weltweit beschäftigt Linde mehr als 60 000 Menschen. Der Konzern stellt etwa Gase für die Verwendung in der Industrie und der Medizin her. Ein wichtiger, aber deutlich kleinerer Teil ist der Anlagenbau.

Vor allem das Geschäft mit Gasen dürfte sich in diesem Jahr besser entwickeln. 2014 hatte dem Dax-Konzern bis weit ins Jahr der starke Eurokurs zu schaffen gemacht. Ein Effekt, der sich inzwischen durch den Verfall des Euro umgedreht hat. Dazu kamen im vergangenen Jahr hohe Umbaukosten und Probleme in Australien und Brasilien.

Unter dem Strich sank der Gewinn deutlich um mehr als 16 Prozent auf noch 1,1 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2015 rechnet Büchele noch einmal mit Umbaukosten in Höhe von rund 90 Millionen Euro. "Keine Frage, die Welt ist unübersichtlicher geworden, gewohnte Sicherheiten gelten nicht mehr, insgesamt haben die Risiken zugenommen", schrieb Büchele in seinem ersten Geschäftsbericht.

Schwieriger dürfte es im Anlagenbau werden. Der derzeit niedrige Ölpreis bringt Ölfirmen dazu, beim Ausbau ihrer Förderung zu sparen. Linde ist in diesem Bereich ein wichtiger Lieferant. Allerdings profitiere der Konzern von einem dicken Auftragspolster. Die Sparte macht mit gut 3 Milliarden Euro nicht ganz ein Fünftel des gesamten Umsatzes. Der wuchs 2014 um 2,4 Prozent auf rund 17 Milliarden Euro.

In diesem Jahr soll sich der Umsatz auf 18,2 bis 19 Milliarden Euro erhöhen. Der operative Gewinn solle nach einem kleinen Rückgang 2014 ebenfalls wieder steigen. Insgesamt gab sich Büchele zuversichtlich - so zuversichtlich, dass die Aktionäre sich trotz der eher durchwachsenen Bilanz auf eine deutlich höhere Dividende freuen können. Die soll um 15 Cent je Aktie auf 3,15 pro Anteil wachsen.

Börseninfo Linde Group

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