Hoffnung auf Endspurt

Einzelhandel setzt auf Last-Minute-Käufer

Berlin - In den Großstädten kamen die Kunden vor Weihnachten zahlreich in die Geschäfte, andernorts sind die Händler dagegen nicht immer zufrieden. Geschenkkäufe auf den letzten Drücker sollen die Kassen noch einmal klingeln lassen.

Nach einem bislang durchwachsenen Verlauf im Weihnachtsgeschäft setzt der deutsche Einzelhandel unmittelbar vor dem Fest auf Last-Minute-Käufer. „Die Weihnachtstage liegen dieses Jahr am Wochenanfang und da wird noch viel passieren“, sagte der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands HDE, Kai Falk, der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Auch die Zeit zwischen den Jahren ließe noch einmal kräftig Einnahmen erwarten.

Bisher verkaufsstärkster Tag in der Vorweihnachtszeit war laut HDE der vierte Adventssamstag. Der Verband bekräftigte seine Prognose und rechnet im diesjährigen Weihnachtsgeschäft nach wie vor mit einem Umsatz von 80,6 Milliarden Euro - 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zwar hätten in den großen Städten die Menschen fleißig Geschenke gekauft - vor allem Klassiker wie Unterhaltungselektronik und Schmuck, aber auch hochwertige Lebensmittel. In kleinere Städten zeigten sich Händler dem HDE zufolge jedoch nicht immer so zufrieden „Wir werden zwar voraussichtlich ein leichtes Umsatzplus machen, aber längst sind nicht alle Händler zufrieden“, sagte Falk.

Verhalten war die Stimmung beispielsweise in Baden-Württemberg. Besonders bei Wintermode und Schuhen hätten die Menschen wegen der vergleichsweise hohen Temperaturen seltener zugegriffen, sagte der Präsident des dortigen Einzelhandelsverbandes, Horst Lenk. Das Wetter hatte Einzelhändlern schon in Norddeutschland das zweite Adventswochenende vermiest: Sturmtief „Xaver“ sorgte laut HDE vielerorts für verwaiste Geschäfte.

Auch der bayerische Einzelhandel zeigte sich unzufrieden mit der Weihnachtssaison. Die Prognosen seien wohl verfehlt worden, stellte der Sprecher des Handelsverbandes Bayern, Bernd Ohlmann fest. „Für den stationären Einzelhandel ist es ernüchternd gewesen, aber im Onlinehandel klingen die Festtagsglocken.“

Im laufenden Weihnachtsgeschäft werden die Internethändler dem klassischen Einzelhandel wahrscheinlich so viele Kunden abjagen wie nie zuvor. Nach einer Umfrage des Bundesverbandes des deutschen Versandhandels (bvh) rechnen die Online-Händler in den wichtigsten Verkaufswochen des Jahres mit Umsatzzuwächsen von mehr als 40 Prozent. Daran dürften auch die Streiks bei Amazon kaum etwas ändern.

Ein weiterer Trend hat sich verfestigt: Gutscheine erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Sie machen in diesem Jahr laut HDE voraussichtlich drei Prozent des Weihnachtsumsatzes aus.

dpa

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