Linde gibt Hoffnung für 2009 auf

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Linde gibt die Hoffnung für 2009 auf.

München - Der Industriegasekonzern Linde hat nach deutlichen Rückgängen bei Umsatz und Gewinn die Hoffnung auf ein Plus im Gesamtjahr 2009 aufgegeben.

Im Gasegeschäft gebe es zwar vereinzelt erste Anzeichen für eine leichte Erholung der Nachfrage, sagte Linde-Chef Wolfgang Reitzle am Montag in München. “Trotzdem bleibt die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung mit vielen Unsicherheiten behaftet, die Krise ist noch nicht vorbei.“

Für die zweite Jahreshälfte rechnet er mit einer besseren Geschäftsentwicklung als in den ersten sechs Monaten. Das Rekordniveau von 2008 werde aber nicht erreicht. Von Januar bis Juni ging der Umsatz bei Linde um 12,5 Prozent auf 5,48 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern sank um 32,9 Prozent auf 365 Millionen Euro. Mit den Zahlen lag Linde aber leicht über den Schätzungen der Analysten und erfreute damit die Börse.

Die Aktie legte zeitweise um mehr als 3 Prozent zu und schob sich damit zeitweise an die DAX-Spitze. Unter dem Strich wies Linde einen Gewinn von 274 Millionen Euro nach 402 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum aus. Auf die Wirtschaftskrise hatte Linde bereits mit einem Sparprogramm reagiert, durch das bis 2012 insgesamt 650 bis 800 Millionen Euro eingespart werden sollen. “Unsere Maßnahmen zur nachhaltigen Produktivitätssteigerungen wirken“, sagte Reitzle.

In diesem Jahr erhoffte sich der Konzern bereits Einsparungen von 200 Millionen Euro. Teil des Sparprogramms ist auch ein Stellenabbau. Weltweit will Linde rund 3000 seiner insgesamt 51 000 Arbeitsplätze streichen, einen kleinen Teil davon auch in Deutschland. Im ersten Halbjahr belasteten die Aufwendungen für die Restrukturierung das Ergebnis mit 67 Millionen Euro. Die Zurückhaltung der Kunden bekam Linde in seinen beiden großen Sparten zu spüren.

Im Bereich Gase sanken die Erlöse im ersten Halbjahr um 7,6 Prozent auf 4,35 Milliarden Euro. Im kleineren Bereich Anlagenbau fiel der Umsatz auf 1,11 (Vorjahr: 1,41) Milliarden Euro. Auch die beiden US-Konkurrenten von Linde, Air Products & Chemicals und Praxair, hatten bereits über einen Einbruch bei Gewinn und Umsatz im ersten Halbjahr berichtet. Besser erging es der französischen Air Liquide. Der Konzern hatte im Vergleich zu den amerikanischen Unternehmen nur einen leichten Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verzeichnet. Zudem hielt Air Liquide an seinen Zielen für 2009 fest, Umsatz und Ergebnis auf Vorjahreshöhe zu halten.

dpa

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