Messe: Maschinenbau klagt über Milliardenverluste

Hannover - Bundeskanzlerin Merkel und der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao eröffneten heute mit einem gemeinsamen Rundgang die Hannover Messe für das Publikum.

Rund 5000 Aussteller aus 69 Ländern zeigen auf der weltgrößten Industrieschau Hannover Messe ihre Neuheiten. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erwartet nach den schwierigen ersten Monaten des Jahres 2012 eine wieder anziehende Branchenkonjunktur.

“Wir rechnen nur für einige wenige Monate des Jahres mit kleinen Minusraten bei der Produktion. Sie dürften im Jahresverlauf leicht wieder auszubügeln sein“, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse in Hannover. Ende 2011 und Anfang 2012 hatte die Schlüsselbranche weniger Bestellungen verbucht. “Wir sind vorsichtig, bleiben aber optimistisch“, sagte Hesse.

Partnerland der Hannover Messe ist in diesem Jahr China. Premierminister Wen Jiabao und Bundeskanzlerin Angela Merkel begannen am Montagmorgen gemeinsam mit dem traditionellen Rundgang über das Messegelände in Hannover. Gegen Mittag wollten sie in die Wolfsburger Zentrale von Volkswagen weiterfahren. Dort sollte ein Abkommen über ein neues VW-Werk in China unterzeichnet werden.

Milliardenverluste durch Produkt-Piraterie

Pikant: Der deutsche Maschinenbau hat durch Produktpiraterie im vergangenen Jahr fast acht Milliarden Euro Umsatz verloren - und China ist bei den Plagiaten ganz vorne mit dabei.  “Wir schätzen den Umsatzverlust, der den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern 2011 durch Produktpiraterie entstanden ist, auf 7,9 Milliarden Euro, eine Steigerung um 24 Prozent“, teilte der Präsident des Maschinenbauverbands VDMA, Thomas Lindner, zur Hannover Messe am Montag mit.

Ein Umsatz in dieser Höhe würde 37.000 Arbeitsplätze sichern, wie eine VDMA-Studie ergab. Am häufigsten wird laut Studie bei Plagiaten China genannt, aber der Trend in dem Land sei rückläufig.

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao hatte am Sonntagabend bei der Eröffnung der Hannover Messe eine striktere Einhaltung der Urhebergesetze in seinem Land angekündigt.

dpa/dapd

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