Milliardenklage gegen IKB - DSW will Sonderprüfung

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Der IKB steht eine neue Milliardenklage ins Haus.

Düsseldorf - Die krisengeschüttelte Mittelstandsbank IKB ist erneut auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagt worden.

Die französische Investmentbank Calyon, eine Tochter des Bankkonzerns Credit Agricole, fordert mehr als 1,6 Milliarden Dollar, wie die IKB am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Dabei geht es dem Vernehmen nach um die Krise der Zweckgesellschaft Rhineland Funding, die von der IKB aufgebaut worden war.

Die IKB geht von keinen wesentlichen Auswirkungen auf ihre Bilanz aus, sollten sich Risiken aus der neuen Klage vor einem Londoner Gericht ergeben. In ihrem Geschäftsbericht 2008/2009 hatte die IKB darauf hingewiesen, dass sie von der staatseigenen KfW Bankengruppe in einem begrenzten Umfang und für bestimmte Fälle von Ansprüchen aus Rechtsstreitigkeiten freigestellt worden sei. Unter anderem wird dabei Rhineland Funding genannt. Die Zusagen erfolgten im Herbst 2008 im Zuge des IKB-Verkaufs an den US-Finanzinvestor Lone Star.

Die KfW war die Hauptaktionärin der IKB, als die Düsseldorfer Bank vor zwei Jahren als erstes deutsches Kreditinstitut von der Krise am US- Hypothekenmarkt erfasst wurde. Die staatliche KfW war maßgeblich an der IKB-Rettung beteiligt. Die eigenständige Klage von Calyon sei in Zusammenhang mit der Klage des US-Anleiheversicherers FGIC vom März 2008 zu sehen, erklärte die IKB. Die FGIC-Klage in Höhe von bis zu 1,8 Milliarden Dollar war laut IKB-Geschäftsbericht bisher nicht erfolgreich. An seinen Versicherungsnehmer Calyon soll FGIC im vergangenen Jahr im Rahmen eines Vergleichs 200 Millionen Dollar gezahlt haben.

Calyon soll nach Einschätzung von Branchenkennern einer von mehreren Liquiditätsgebern für die Zweckgesellschaft Rhineland Funding gewesen sein, die strukturierte Wertpapiere im Gesamtvolumen von 13 Milliarden Euro hielt. Von Calyon war eine Stellungnahme nicht zu erhalten. Unterdessen kündigten Aktionärsschützer an, bei der angeschlagenen Mittelstandsbank die Wiedereinsetzung eines Sonderprüfers auf dem Gerichtsweg erreichen zu wollen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) stellte beim Düsseldorfer Amtsgericht einen entsprechenden Antrag.

“Wir brauchen diese Sonderprüfung, um Klarheit darüber zu erhalten, wie es zum Beinahe-Zusammenbruch der Bank kommen konnte und wer dafür verantwortlich ist“, erklärte DSW- Geschäftsführer Ulrich Hocker. Im März 2009 war auf der außerordentlichen Hauptversammlung der IKB der Sonderprüfer Harald Ring mit den Stimmen des Großaktionärs Lone Star abberufen worden. Der Finanzinvestor hatte im vergangenen Jahr von der KfW gut 90 Prozent an der IKB erworben. Nach Ansicht der Aktionärsschützer soll Ring die im Jahr 2008 begonnene umfassende Prüfung, die kurz vor dem Abschluss stand, zu Ende bringen. An diesem Donnerstag steht der Vorstand den IKB-Anteilseignern auf der ordentlichen Hauptversammlung Rede und Antwort.

dpa

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