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RWE will Gas-Umlage nicht in Anspruch nehmen – nach Milliarden-Profiten durch hohe Energiepreise

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Von: Lisa Mayerhofer

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RWE
Flaggen wehen vor der Konzernzentrale vom Energiekonzern RWE. (Archivbild) © Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Der Energieriese RWE will die von der Regierung geplante Gas-Umlage nicht in Anspruch nehmen. Der Essener Konzern konnte stark von den hohen Energiepreisen profitieren.

Essen – Die Bundesregierung hat angesichts der Energiekrise eine Gas-Umlage beschlossen, um weiterhin die Gasversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen. Ab Herbst kommen dann auf Verbraucher höhere Preise zu, weil Gas-Importeure wie Uniper und RWE durch die Umlage den allergrößten Teil ihrer hohen Zusatzkosten weiterreichen können. Uniper war durch die explodierenden Gaspreise in Not geraten und von der Bundesregierung gerettet worden.

RWE will Gas-Umlage nicht in Anspruch nehmen

Nun gab der Energiekonzern RWE bekannt, die Gas-Umlage nicht für sich in Anspruch nehmen. „RWE ist ein finanzstarkes und robustes Unternehmen. Wir erwägen daher, bis auf Weiteres darauf zu verzichten, unsere Verluste aus der Gasersatzbeschaffung für diese Umlage geltend zu machen“, sagte RWE-Vorstandschef Markus Krebber am Donnerstag in Essen. „Wir würden diese dann (...) selber tragen.“

Über die erwartete Höhe machte RWE keine Angaben. Die Höhe der Verluste werde davon abhängen, wie viel Gas noch aus Russland komme. „Es geht hier schon um einen relevanten Betrag“, sagte Krebber. Er bezeichnete es aber als eine „richtige Lösung“, dass die Gasumlage von den Gaskunden getragen werden soll. „Denn das gibt natürlich einen Anreiz durch die dann steigenden Gaspreise, weiterhin Gas einzusparen.“

RWE hat an den hohen Energiepreisen gut verdient

Dass Unternehmen, die Verluste erlitten, aber nicht in wirtschaftlicher Not seien, auch die Gasumlage in Anspruch nähmen, sei dem Umstand geschuldet, dass der Gesetzgeber dabei nicht differenzieren könne. „Aber ein Unternehmen kann aus seiner Sicht sagen, wir können in unserem Geschäftsportfolio, was sehr robust ist, das selber auffangen. Insofern verzichten wir darauf, das in Anspruch zu nehmen.“

Kein Wunder: Der Energieriese hat im ersten Halbjahr ziemlich gut verdient und gilt deshalb auch als Krisengewinner. Ende Juli hatte RWE bereits vorläufige Zahlen vorgelegt und seine Prognose für das Gesamtjahr kräftig nach oben geschraubt. Im Konzern wird demnach mit einem bereinigten operatives Ergebnis von 5 bis 5,5 Milliarden Euro gerechnet. Das ist über ein Drittel mehr als zuvor und auch die alte Spanne hatte RWE schon Mitte Februar nach oben korrigiert. Grund für die Anhebung waren unter anderem gute Geschäfte im Energiehandel, wo RWE von den hohen Energiepreisen profitiert.

Die Höhe der von der Regierung geplanten Gas-Umlage soll am Montag, 15. August, bekannt gegeben werden. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte eine Spanne von 1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde genannt. Unklar ist noch, ob auf die Umlage auch eine Mehrwertsteuer erhoben wird. (lma/dpa)

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