MAN schickt Beschäftigte bis Jahresende in Kurzarbeit

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Beim Lastwagenherstellers MAN sind zu Jahresbeginn Gewinn und Auftragseingang um die Hälfte eingebrochen.

München - Beim Lastwagenherstellers MAN sind zu Jahresbeginn Gewinn und Auftragseingang um die Hälfte eingebrochen. Kurzarbeit sei auch im zweiten Halbjahr notwendig - nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Verwaltung.

Besserung sei dieses Jahr nicht mehr in Sicht, sagte Vorstandschef Hakan Samuelsson am Donnerstag in München und kündigte weitere Kurzarbeit an. “Wir müssen sparen, wo wir können“, erklärte er. Das operative Ergebnis von MAN fiel im ersten Quartal um 76 Prozent auf 100 Millionen Euro - getragen nur noch vom wachsenden, aber viel kleineren Geschäft mit Turbomaschinen und Dieselmotoren für Kraftwerke.

Die bislang dominierende Lastwagensparte schaffte mit einem Betriebsergebnis von 5 Millionen Euro gerade noch schwarze Zahlen. Damit stand MAN allerdings weit besser da als Daimler oder Volvo, die im Lkw-Geschäft dreistellige Verluste machen. Die Börse reagierte entsprechend positiv, die MAN-Aktie legte zu. Unter dem Strich machte MAN von Januar bis März 181 Millionen Euro Gewinn - das ist ein Rückgang von 44 Prozent. Der größte Beitrag stammte von dem inzwischen nach Abu Dhabi verkauften Anlagenbauer MAN Ferrostaal.

Der Konzern-Umsatz fiel um 27 Prozent auf 2,6 Milliarden, der Auftragseingang sogar um 53 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Auch hier war die Lkw-Sparte am stärksten betroffen. Für das Gesamtjahr rechnet Samuelsson mit einer ähnlichen Entwicklung wie im ersten Quartal: “Es gibt kein Zeichen für eine Verbesserung in Umsatz und Ergebnis“, sagte er. Die Nachfrage nach Lastwagen und nach Schiffsmotoren werde sehr schwach bleiben. Die Sparten Dieselmotoren und Turbomaschinen würden ihre Umsätze und Ergebnisse stabil halten können.

“Wollen Mitarbeiter im Boot halten“

Bei der angepeilten Kostensenkung um 500 Millionen Euro liege MAN voll im Plan. Im ersten Halbjahr standen die Lkw-Bänder 70 Tage still. Kurzarbeit sei auch im zweiten Halbjahr notwendig - nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Verwaltung, sagte der Konzernchef. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat liefen. “Wir wollen unsere Mitarbeiter im Boot halten“, sagte er.

Im polnischen Lkw-Werk Krakau seien allerdings 150 Mitarbeiter entlassen worden, und die Zahl der bislang 1.900 Leiharbeiter “wird Richtung null gehen“. MAN beschäftigt weltweit 50.700 Mitarbeiter.

MAN verkaufte im ersten Quartal nur noch 11.000 Lastwagen - knapp halb so viele wie vor einem Jahr. Das Servicegeschäft federte den Umsatzrückgang ab. Der Auftragseingang fiel um 61 Prozent auf 9.400 Stück. Aber Stornierungen gab es nicht mehr, wie Samuelsson sagte.

Erst ab April fließt die für 1,3 Milliarden Euro vom Mutterkonzern VW übernommene brasilianische Lkw-Sparte in die MAN-Bilanz mit ein. Sie habe nur 20 Prozent Umsatzrückgang, schreibe schwarze Zahlen und mache MAN zur Nummer drei unter den Herstellern schwerer Lastwagen weltweit, sagte Samuelsson.

AP

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