Jobcenter will Bewegung fördern

Schrittzähler bringen Arbeitslose auf Trab

Brandenburg - Zwei Jobcenter haben mehrere Langzeitarbeitslose mit Schrittzählern ausgestattet und zu einem Wettstreit überredet. Dem Gewinner der ungewöhnlichen Aktion winkt ein Preis.

Trimmen statt vor der Glotze hocken: Zwei ostdeutsche Jobcenter animieren Langzeitarbeitslose seit neustem mit Schrittzählern zu mehr körperlicher Bewegung. Seit Anfang der Woche habe das Jobcenter in der Stadt Brandenburg/Havel 18 ältere Hartz-IV-Bezieher mit den Geräten ausgestattet. Diese zeichneten 40 Tage lang jeden Schritt der Betroffenen auf, berichtete Bundesagentur-Sprecherin Anja Huth am Mittwoch in Nürnberg. Dem Teilnehmer mit der längsten absolvierten Gesamtstrecke winkt ein Preis. Vorreiter sei vor zwei Monaten das benachbarte Jobcenter Havelland gewesen. „Das Feedback auf die Aktion war bei den Teilnehmern sehr positiv“, betonte Huth.

Während Berliner Sozialpolitiker die Aktion am Mittwoch als diffamierend und „völlig daneben“ kritisierten, kam von Brandenburgs Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) Lob. „Fakt ist: Wer rastet, der rostet“, sagte Baaske der dpa. „Wenn Langzeitarbeitslose durch diese Aktion fit werden und Ehrgeiz entwickeln, soll es mir recht sein.“ Sie finde die Idee weder besonders originell noch wirksam, sagte Berlins Arbeitssenatorin Dilek Kolat der „Bild“-Zeitung. „Nach meinem Eindruck sind die allermeisten Arbeitslosen beweglich genug.“

Die Schrittzähler-Aktion sei Teil des Programms „50plus“, bei der ältere Langzeitarbeitslose auch mit betrieblichen Praktika auf eine Rückkehr ins Arbeitsleben vorbereitet werden, so die BA-Sprecherin. „Ein Ansatz des Programms ist auch die Gesundheitserziehung.“ Untersuchungen hätten gezeigt, das viele Langzeitarbeitslose unter Bewegungsmangel litten. Die Schrittzähler-Aktion solle Betroffene dazu ermuntern, mal wieder längere Spaziergänge zu unternehmen. „Nur wer sich körperlich gut fühlt, nimmt aktiv an der Vermittlung auf eine Arbeitsstelle teil“, meinte die BA-Sprecherin.

dpa

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