Siemens: Cromme verteidigt umstrittene Personalentscheidung

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Gerhard Cromme

München/Düsseldorf - Der Aufsichtsratschef von Siemens und ThyssenKrupp, Gerhard Cromme, hat die umstrittene Personalentscheidung der vergangenen Woche verteidigt.

Die Benennung von Siemens-Manager Heinrich Hiesinger zum neuen Vorstandschef bei ThyssenKrupp sei keine “Abwerbung“ gewesen, sagte der Manager dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“. Die Personalie sei “einvernehmlich“ und in “voller Transparenz“ durchgeführt worden. “Vor dem Hintergrund der Alterspyramide bei Siemens schied für Herrn Hiesinger ein weiterer Aufstieg dort aus. Sollte er darunter leiden, dass ich Aufsichtsratsvorsitzender in beiden Konzernen bin? Das wäre doch absurd“, sagte Cromme.

Die Kritik des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft an seinem Vorgehen kann der langjährige Stahlmanager nicht nachvollziehen. “Die Stellungnahme geht völlig am Problem vorbei“, sagte Cromme. Die Ernennung Hiesingers sei in “voller Übereinstimmung mit dem Corporate- Governance-Kodex erfolgt“. Cromme hatte als Aufsichtsratschef beider Konzerne den derzeitigen Siemens-Vorstand Hiesinger als künftigen Chef von ThyssenKrupp installiert und war dafür heftig kritisiert worden. Als vordringliche Aufgabe des neuen Chefs bei ThyssenKrupp nannte Cromme die Verbesserung der Produktpalette des Konzerns. So müsse vor allem der “Technologiebereich“ des Stahlriesen weiter ausgebaut werden.

Die Familie des Firmengründers Werner von Siemens stellte sich hinter Cromme. “Ich bin froh, dass Siemens einen Aufsichtsrat hat, der gut geführt ist und verantwortungsbewusst arbeitet“, sagte Familiensprecher Gerd von Brandstein dem Nachrichtenmagazin “Focus“. “Das gilt an der Spitze und generell.“ So sei das Gremium auch vorab in den Wechsel Hiesingers zu ThyssenKrupp eingebunden gewesen. “Es fällt zwar schwer, einen so fähigen Mann ziehen zu lassen. Aber sollten wir ihm den Weg ganz nach oben als Vorstandsvorsitzender eines seit langer Zeit Siemens freundschaftlich verbundenen Unternehmens versagen?“, zitierte der “Focus“ Brandstein.

dpa

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