Stiftung Warentest: Bahn kommt häufig zu spät

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Eine Studie der Stiftung Warentest zeigt: Verspätungen machen der Bahn weiter zu schaffen.

Berlin - Warten am Bahnsteig, warten im Waggon: Verspätungen machen der Bahn weiter zu schaffen. Ein Drittel aller Fernzüge ist unpünktlich, wie die Stiftung Warentest analysierte - am häufigsten die Nachtzüge.

Jeder dritte Fernzug der Bahn fährt laut einer Analyse der Stiftung Warentest unpünktlich. Das ergab eine Auswertung von knapp 500 000 Ankünften an 20 deutschen Bahnhöfen von Juli 2010 bis Ende Februar 2011, wie die Stiftung in Berlin mitteilte. Am unzuverlässigsten sind demnach Nachtzüge, aber auch Intercity und ICE. Besser schnitt der Nahverkehr ab. Nach Auswertung von 850 000 Ankünften waren demnach 15 Prozent der Regionalzüge zu spät. Ein Zug gilt als unpünktlich, wenn er mehr als fünf Minuten über Plan ist.

Aus Sicht des Fahrgastverbands Pro Bahn sind die Ergebnisse nicht überraschend. Vor allem bei Zügen, die lange Strecken fahren, seien größere Verspätungen “gefühlt auch im Alltag zu erleben“, sagte der Vorsitzende Karl-Peter Naumann der Nachrichtenagentur dpa. Gründe seien die Überlastung vieler Strecken, zumal Ausweichgleise für langsamere Güterzüge abgebaut worden seien. Elektronische Stellwerke seien teils störanfällig, ebenso ältere Züge. “Die Bahn braucht neue Fahrzeuge“, sagte Naumann. Dies gehe der Konzern auch an. Die Bahn will für rund sechs Milliarden Euro zunächst 220 Fernzüge bei Siemens kaufen und hat außerdem Doppelstock-Fernzüge bei Bombardier bestellt.

Die Stiftung Warentest erläuterte, je weiter Züge führen, desto höher sei das Verspätungsrisiko. So seien 42 Prozent der über lange Strecken rollenden Nachtzüge unpünktlich gewesen, ICE und Eurocity zu 34 Prozent und Intercity zu 29 Prozent. Im untersuchten Zeitraum war der Bahnbetrieb unter anderem durch hochsommerliche Unwetter, durch Eis und Schnee sowie mehrere Warnstreiks beeinträchtigt. Ausgefallene Züge wurden nicht berücksichtigt. Der bundeseigene Konzern fährt täglich knapp 27 000 Personenzüge mit mehr als 5,3 Millionen Reisenden.

Die höchsten Anteile verspäteter Fernzüge gab es in Erfurt mit 43 Prozent und in Leipzig mit 39 Prozent. Es folgten Hamburg mit 38 Prozent sowie Berlin und Köln mit jeweils 37 Prozent. Für die Studie hatten die Tester Informationen von der Internetseite der Bahn erfasst, die als Service für Fahrgäste unter der Rubrik “Ist mein Zug püntlich?“ angezeigt werden.

dpa

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