Verkehr am Morgen behindert

Streik an NRW-Flughäfen sorgt für Chaos

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Ein Sicherheitsmitarbeiter sitzt am 21.02.2013 am Flughafen in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) auf dem Boden und streikt.

Düsseldorf - Annullierte Flüge, Warteschlangen und Verspätungen: Wieder streikten die Sicherheitsleute an den großen NRW-Flughäfen. Verdi droht, die Streikschraube noch weiter anzuziehen.

Ein Streik der Frühschicht des Sicherheitspersonals hat den Betrieb an den beiden großen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen gründlich durcheinandergewirbelt. Am größten NRW-Flughafen in Düsseldorf mussten am Donnerstag 73 von 147 geplanten Flügen gestrichen werden. Am Flughafen Köln/Bonn fielen 21 von 43 Flügen aus. Insgesamt rund 260 Sicherheitsleute machten nach Angaben der Gewerkschaft Verdi in den sechseinhalb Stunden bis 10 Uhr die Kontrollstellen weitgehend dicht.

Verdi drohte in dem festgefahrenen Tarifkonflikt mit einer „neuen Streiktaktik“, sollten die Verhandlungen mit den Arbeitgebern der privaten Sicherheitsbranche in NRW nicht bald wieder aufgenommen werden. Die Gewerkschaft setzt nach den Worten ihres NRW-Sprechers Günter Isemeyer aber „große Hoffnung“ auf Kontakte bei den Luftsicherheitstagen des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) in Potsdam. „Wir gehen davon aus, dass es am Rand der Luftsicherheitstage zu einer Kontaktaufnahme und gegebenenfalls zu Gesprächen kommen könnte“, sagte Isemeyer.

Schaden hielt sich in Grenzen

An den beiden Airports in NRW traf der Streik mehrere tausend Reisende. In Düsseldorf kam es zu Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden. Wartende Fluggäste wurden mit Wasser und Snacks versorgt. Auch nach dem Ende des Streiks müssten Passagiere noch mit Verspätungen rechnen, teilte der Flughafen mit. Ursprünglich waren am Airport Düsseldorf am Donnerstag 580 Flugverbindungen mit mehr als 50 000 Passagieren geplant.

In Köln/Bonn waren nach Ende des Ausstands wieder 15 Kontrollstellen geöffnet, während des Streiks waren es nur drei. Nach Angaben des Flughafens waren vom Streik mehr als 2000 Fluggäste betroffen. Verglichen mit dem ganztägigen Streik in der vergangenen Woche, der rund 10 000 Reisende getroffen habe, halte sich der Schaden in Grenzen, sagte eine Sprecherin. „Die Leute sind sensibilisiert und informieren sich vorab.“ In Düsseldorf dürften nach Schätzungen rund 7000 Passagiere Opfer des Streiks geworden sein.

Der Tarifkonflikt zwischen Verdi und den Arbeitgebern der privaten Sicherheitsbranche in NRW steckt in einer Sackgasse. Verdi fordert für die 34 000 Beschäftigten bis zu 30 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber bieten zwischen 5 und 9 Prozent. Sie verlangen Zugeständnisse von Verdi oder ein Schlichtungsverfahren, bevor sie ein neues Angebot abgeben. Beides lehnt die Gewerkschaft ab. „Die Beschäftigten haben für die Arbeit, die sie hier leisten, einen Lohn verdient, von dem sie ihre Existenz bestreiten können“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker im ZDF-„Morgenmagazin“.

Weniger als 1000 Euro netto im Monat

Nach Schätzungen von Verdi arbeiten über 70 Prozent der Beschäftigten der Branche für 8,23 Euro brutto und bekommen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden weniger als 1000 Euro netto im Monat.

Am Hamburger Flughafen setzte Verdi die Streiks des Sicherheitspersonals bis zum Wochenende aus. Am Freitag soll klar werden, ob Samstag oder Sonntag erneut gestreikt wird. In Berlin wollten sich am Donnerstag Vertreter von Verdi und dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) treffen, um über den Tarifkonflikt in Hamburg zu reden.

dpa

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