Baugewerbe: Zeichen stehen auf Streik

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Im Baugewerbe verschärfen sich die Tarifkonflikte.

Berlin - Im Baugewerbe stehen die Zeichen auf Streik. Die IG Bau erklärte die Tarifverhandlungen für die 700.000 Beschäftigten am Montag offiziell für gescheitert.

Noch in dieser Woche will die Gewerkschaft die Schlichtung anrufen, wie der Vorsitzende Klaus Wiesehügel in Berlin ankündigte. Schlichter soll der frühere Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement sein. Parallel dazu laufen bei der IG Bau aber bereits die Vorbereitungen für eine Arbeitsniederlegung. Wenn die Schlichtung scheitert, endet die Friedenspflicht um den 20. Juni herum. Nach einer Urabstimmung könnte es dann zum Arbeitskampf kommen. Die Bauarbeiter würden “eine Auseinandersetzung nicht scheuen“, sagte IG-Bau-Vize Dietmar Schäfers.

Mindestlohn als Knackpunkt

Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um sechs Prozent sowie eine Angleichung der Tarifentgelte im Osten an das Westniveau. Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt. Knackpunkt bei den Verhandlungen sind aber die künftigen Mindestlöhne am Bau. Sie betragen derzeit für Ungelernte im Osten 9,00 Euro und im Westen 10,40 Euro, für Gelernte 9,80 und 13,70 Euro. Wiesehügel sagte, die Arbeitgeber hätten jetzt statt 9,00 Euro 9,27 Euro geboten. Im Vorjahr hätten sie aber bereits 9,30 Euro zahlen wollen. Die Branche wolle sich “schamlos an der Krise bedienen“. Darauf werde man mit entsprechende Aktionen in den nächsten Wochen reagieren. “Wir sind bisher mit Unverschämtheiten abgespeist worden“, sagte der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Ein Arbeitgeber habe ihn offen aufgefordert: “Zeigen Sie uns, dass Sie streiken können.“ Die Haltung der Arbeitgeberseite sei: “Wo Krise ist, ist nichts zu verhandeln, nichts zu bekommen.“ Die Tarifverhandlungen hätten in drei Verhandlungsrunden keine Annäherung gebracht, beklagte sich der Gewerkschaftsvorsitzende. “Die Arbeitgeber verschweigen gerne, dass die zuletzt angebotene Erhöhung des Mindestlohns für Bauhelfer im Osten deutlich niedriger ausfiel als ursprünglich in Aussicht gestellt und der Mindestlohn für Angelernte gänzlich wegfallen soll. Das bedeutet für 60 Prozent der Arbeitnehmer im Osten eine Lohnsenkung.“

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